Tausende kamen
Serbien-Wahl: Rekord-Ansturm auch in Wien
Bis 18.00 Uhr gaben in Serbien bereits 64,9 Prozent der wahlberechtigten Bürger ihre Stimme ab. Das markiert den höchsten Wert bei einem Urnengang seit dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens im Jahr 1992. Im Zentrum des mit Spannung erwarteten Showdowns steht das Duell zwischen dem amtierenden Machthaber Aleksandar Vučić und der oppositionellen Studentenliste.
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Auch tausende in Österreich lebende serbische Staatsbürger nehmen heute an den vorgezogenen Wahlen für das Parlament in Belgrad teil. Vor den Wahllokalen in Wien kam es bereits am Vormittag zu enormen Wartezeiten und Meterlangen Schlangen.
Vor den insgesamt vier eingerichteten Wiener Wahllokalen bildeten sich schon in den frühen Morgenstunden lange Menschenschlangen. Insbesondere vor der serbischen Botschaft mussten viele Wahlberechtigte drei bis vier Stunden bei kühlen Temperaturen ausharren, um ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale in der Bundeshauptstadt blieben bis 20.00 Uhr geöffnet.
Keine Wahllokale in Graz & Bratislava
Ein entscheidender Grund für das hohe Aufkommen in Wien liegt in der Schließung alternativer Anlaufstellen. Während bei früheren Wahlen auch in anderen Städten gewählt werden konnte, fehlt diese Infrastruktur heuer komplett. Aus dem Süden (Steiermark, Kärnten) strömten viele Wahlberechtigte in die Hauptstadt, weil es heuer in Graz kein eigenes Wahllokal gab. Auch viele Serben aus der Slowakei kamen nach Österreich, da es in Bratislava kein eigenes Wahllokal gab.
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Die Zahl der in Österreich registrierten Wähler hat sich im Vergleich zur Parlamentswahl 2023 glatt verdoppelt. Laut Recherchen haben sich bundesweit 10.484 serbische Staatsbürger für die Stimmabgabe angemeldet, rund 7.000 davon entfallen allein auf Wien.
In ganz Wien leben derzeit exakt 75.998 Menschen mit serbischer Staatsbürgerschaft, womit sie eine der größten ausländischen Gemeinschaften der Stadt bilden. Um überhaupt an den Wahlen teilnehmen zu dürfen, war im Vorfeld eine bürokratische Vorab-Registrierung zwingend vorgeschrieben. Dass sich rund 7.000 dieser Aufforderung unterzogen haben, gilt in der Community als außergewöhnlich hoher Wert.
Wartezeit ohne Zwischenfälle
Trotz der langen Wartezeiten verlief die Stimmabgabe vor Ort weitgehend friedlich und diszipliniert. Zahlreiche Familien und ältere Personen warteten geduldig auf dem Gehsteig, während Ordner und Exekutive für einen geordneten Ablauf sorgten. Für massive politische Diskussionen im Vorfeld des Wahltages sorgten zudem Enthüllungen des serbischen Investigativnetzwerks KRIK. Recherchen der Plattform belasten das Umfeld der Regierungspartei in Wien schwer.
Demnach sollen Mitglieder eines serbischen Vereins in Wien Landsleute gezielt bei der Wahlanmeldung unterstützt und dabei nach deren Gesinnung ausgefragt haben. Verdeckte Aufnahmen sollen belegen, dass organisatorische Hilfe nur jenen gewährt wurde, die Präsident Aleksandar Vucic und dessen Regierungspartei SNS unterstützen.
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