Während Wahlkampf

Audi-Hammer: Trump kündigt neues Werk in den USA an

Ein Mann im Anzug spricht draußen vor Kameras mit Medienvertretern auf einem weißen Gehweg.
© APA/AFP/SAUL LOEB
Der deutsche Autohersteller Audi hat mitten auf einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump den Bau eines neuen SUV-Werks in den USA bekannt gemacht.
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Trump kündigte im Bundesstaat Georgia an der Ostküste in seiner Rede vor Anhängern an, dass die VW-Tochter im nächsten Monat mit dem Bau eines riesigen Werks in dem Bundesstaat beginnen werde. Dort sollen jährlich 200.000 Autos produziert werden.

Trump rief dann Audi-Chef Gernot Döllner auf die Bühne, der ihm vor den US-Parlamentswahlen wiederum für dessen Unterstützung dankte. Bis zu den wichtigen Midterms sind es weniger als zehn Tage. Am 3. November stimmen die Amerikanerinnen und Amerikaner über die Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat ab. Die Republikanische Partei Trumps will ihre hauchdünnen Mehrheiten in den beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen.

Derzeit werden Autos aus Europa und Mexiko importiert

"Wir planen, unsere größten und hochwertigsten SUVs hier in Macon, Georgia, zu produzieren", sagte Audi-Chef Gernot Döllner bei der Veranstaltung, bei der ein goldener Audi zu sehen war. "Dies ist eine langfristige Investition, weil wir an den amerikanischen Markt glauben." Audi importiert derzeit die Fahrzeuge für den US-Markt aus Europa und Mexiko. Ein eigenes US-Werk steht seit mehr als einem Jahrzehnt auf der Wunschliste der Ingolstädter. Konkret werde seit drei Jahren verhandelt, sagte Döllner. Seinen Angaben zufolge wurde die Vereinbarung zum Bau des Werks am Samstag unterzeichnet.

Trump droht mit Zöllen und will Firmen in die USA locken

Trump fordert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Jänner 2025 von ausländischen Unternehmen mit der Drohung von hohen Zöllen, Produktion in die USA zu verlagern. Er stellte solchen Firmen den Erlass von Zöllen, die auf den Import in die USA anfallen, in Aussicht. Trump will so die heimische Wirtschaft ankurbeln und Industriejobs schaffen.

In einer Audi-Mitteilung hieß es, dass der Baubeginn des Werks für 2027 vorgesehen sei. Erstmals plane die Marke ein eigenes Werk in den USA. Rund 4.500 Jobs sollen geschaffen und rund vier Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) investiert werden. Die Produktion soll Anfang der 2030er-Jahre starten. In dem Werk in Macon sollen Premium-SUVs gebaut werden, die gezielt auf die Anforderungen von nordamerikanischen Kundinnen und Kunden ausgerichtet werden.

Der Baubeginn für das Werk sei für das kommende Jahr geplant. In dem Werk sollen die Modelle Audi Q7, Q8 und Q9 montiert werden, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem plane Audi, jährlich 25.000 Fahrzeuge im benachbarten South Carolina zu bauen, auch für den Export.

Kritische Reaktionen in Deutschland

Die Ankündigung der VW-Tochter dürfte in Deutschland für Gesprächsstoff sorgen, hat Volkswagen doch jüngst ein radikales Sparpaket angekündigt, durch das auch mehrere Werke am Heimmarkt Deutschland wackeln. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sagte, es sei strategisch richtig, den US-Markt noch besser zu erschließen. Allerdings dürfe das nicht zulasten der deutschen Werke gehen. "Wachstum in Amerika muss Arbeit und Wertschöpfung hier sichern und darf sie nicht verdrängen."

IG-Metall-Chefin Christiane Benner, die auch stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende bei Volkswagen ist, forderte verbindliche Perspektiven für die Beschäftigten an allen, gerade den hiesigen Standorten. "Hier ist der Vorstand in der Bringschuld." Ein Sprecher der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat erklärte, bisher habe der Aufsichtsrat noch kein grünes Licht für das Werk gegeben. Intern gebe es in den Gremien noch etliche offene Fragen.

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