Der ORF-Anchor äußerte sich am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung der "Datum"-Stiftung in der Wiener Urania. Dabei betonte er laut einem Bericht des "Standard", als Privatperson zu sprechen und nicht für die Geschäftsführung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Besonders die Einführung vom neuen ORF-Beitrag sieht der Journalisten-Veteran als kommunikatives Problem, da die Regelung als "wahnsinnig unpopulär" gelte. Dabei seien die Gebühren in Wien von früher 28,60 Euro GIS pro Monat auf nun 15,30 Euro gesunken, was einer Reduktion um rund 40 Prozent entspreche. In einigen Bundesländern kämen allerdings noch Landesabgaben dazu. Wolf bewertete die Vermittlung dieser Veränderung kritisch und zitiert wurde er mit den Worten: "Eigentlich müssten die allermeisten Leute applaudieren jeden Tag".
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Wirtschaftliche Sparmaßnahmen beim Sender ORF
Trotz der Einnahmen aus dem ORF-Beitrag erwartet der Moderator für das Jahr 2027 deutliche Einschnitte. Er geht davon aus, dass der ORF erstmals in seiner Geschichte aus wirtschaftlichen Gründen Mitarbeiter kündigen muss. Als Gründe nannte er den bis 2029 eingefrorenen Beitrag sowie den Wegfall des jährlichen Bundeszuschusses von 93 Millionen Euro ab 2027, was etwa acht Prozent des Jahresbudgets entspricht. Der künftige ORF-Generaldirektor Clemens Pig habe bereits von einer Finanzierungslücke von bis zu 140 Millionen Euro pro Jahr gesprochen. Die aktuelle Übergangsphase bezeichnete Wolf als "komisches Interregnum", da Ingrid Thurnher noch bis Jahresende im Amt bleibt und Pig Anfang Jänner übernimmt.
Absage an Posten als Generaldirektor
Auch seine Entscheidung gegen eine Bewerbung für die ORF-Generaldirektion erläuterte der Journalist. Er halte den Posten für eine Aufgabe, die er nicht übernehmen könne, und würde sich unter den derzeitigen Bedingungen nicht bewerben. Seine Kritik richtete sich vor allem gegen die politische Besetzung des Stiftungsrats als "Mini-Parlament". Stattdessen wünsche er sich ein kleineres Gremium mit Fachleuten oder einen Bürgerrat. Zudem bezeichnete er den Beschluss von 2012, am Standort Küniglberg zu bleiben, als "ganz falsche Entscheidung", da ein Neubau und eine organisatorische Neugründung Chancen gewesen wären.
Scharfe Kritik an Social Media
Selbstkritisch zeigte sich der ZIB2-Anchor bei seinen Interviews: Sein größter Fehler sei es, zu oft nachzufragen, weil es ihn nerve, wenn Fragen nicht beantwortet werden. Als positives Beispiel nannte er Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Hinzukommend äußerte sich Wolf offen über die Zukunft des Journalismus, da das Einkommen in dieser Branche zunehmend schwierig werde. Besonders kritisch bewertete er soziale Netzwerke: Wenn er könnte, würde er Social Media verbieten, da diese die Welt seiner Ansicht nach insgesamt schlechter gemacht hätten.
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