Keine Panik

Welttag des Stotterns: Was tun, wenn dein Kind stottert?

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Du bist nicht allein: Am 22. Oktober rückt das Stottern in den Mittelpunkt.
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Weltweit ist etwa ein Prozent der Bevölkerung vom Stottern betroffen. Das sind rund 70 Millionen Menschen, rund 80.000 von ihnen leben in Österreich. Der Welttag des Stotterns, der jedes Jahr am 22. Oktober stattfindet, wurde 1998 ins Leben gerufen, um Aufmerksamkeit für die Redeflussstörung zu schaffen, Vorurteile abzubauen und Betroffenen eine Stimme zu geben.

Kindliches Stottern keine Seltenheit

Besonders oft trifft es Kinder: Circa fünf Prozent der Kinder zwischen zwei und sechs Jahren stottern. Bei 70 bis 80 Prozent ist es nur eine Phase und legt sich nach einer Weile von ganz allein. Das nennt man "Entwicklungsstottern" und liegt meistens daran, dass sich der Wortschatz von Kindern in dieser Zeit sehr schnell entwickelt. Das Gehirn denkt schneller, als die Mundmotorik arbeiten kann.

Die Dos und Don’ts

Wenn dein Kind beginnt zu stottern, solltest du erst einmal Ruhe bewahren und ihm diese Ruhe auch vermitteln. Nichts verschlechtert es zuverlässiger als Stress.

So reagierst du richtig:

  1. Gib dem Kind Zeit: Schau deinem Kind in die Augen und lass es in Ruhe sprechen. Damit signalisierst du ihm, dass es genug Zeit hat, um in seinem Tempo zu sprechen.
  2. Korrigiere es nicht: Reagiere nur auf den Inhalt des Gesagten, nicht darauf, wie die Worte aus dem Mund gekommen sind.
  3. Mit gutem Beispiel voran: Sprich selbst ruhig und langsam, mach kurze Pausen beim Sprechen. Das nimmt dem Gespräch automatisch das Tempo und hilft deinem Kind.
  4. Spaß an der Sprache: Sing mit deinem Kind. Dabei stottert es meist nicht und hat ein Erfolgserlebnis.

Das solltest du vermeiden:

  1. Keine guten Tipps: Spar dir Sätze wie "Hol tief Luft", "Sprich langsam" oder "Lass dir Zeit" - das erhöht den Druck nur und das Kind bekommt das Gefühl, es macht etwas falsch.
  2. Sätze nicht beenden: Versuche nicht, deinem Kind zu helfen, indem du seine Sätze beendest. Auch das macht unnötigen Druck und gibt ihm das schlechte Gefühl, nicht selbstständig sprechen zu können.
  3. Thematisiere es nicht: Das Kind die Wörter richtig wiederholen zu lassen oder es auf sein Stottern aufmerksam zu machen, ist kontraproduktiv und erhöht nur den Stress.

Wenn dein Kind im Kindergartenalter plötzlich beginnt zu stottern, musst du dir noch keine Sorgen machen. Es gibt aber Warnzeichen, die du unbedingt vom Kinderarzt oder der Kinderärztin abklären lassen solltest. Spätestens wenn das Stottern nach sechs Monaten weiterhin anhält, solltest du zum Arzt. Auch wenn das Stottern erst nach dem fünften Lebensjahr einsetzt, lass es lieber abklären.

Auf die Begleiterscheinungen achten

Wenn du feststellst, dass das Kind sich beim Sprechen sehr anstrengt und die Atmung gepresst oder der Kopf rot wird, es zu Mitbewegungen wie einem zuckenden Auge oder geballten Fäusten kommt, sind das ebenfalls Indizien, dass ein Arztbesuch fällig ist.

Natürlich solltest du sofort zum Arzt, wenn du den Eindruck hast, das Kind leidet unter dem Stottern oder möchte eigentlich gar nicht mehr sprechen.

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