Achtung

Warum du zu Hause ab sofort keine Hausschuhe mehr tragen solltest

Blick von oben auf Beine in grauen Hosen und grauen Hausschuhen auf Parkettboden.
© Getty Images
In der kalten Jahreszeit greifen wir fast automatisch zu unseren kuscheligen Hausschuhen. Doch Vorsicht: Die bequemen Treter können unseren Füßen mehr schaden als nützen.
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Die Temperaturen sinken und wer keine Fußbodenheizung hat, kennt das Problem: Die Füße werden schnell kalt. Kein Wunder, dass gerade in den kalten Monaten viele von uns zu Hausschuhen greifen, um die Füße zu wärmen. Doch diese harmlosen Schuhe könnten zur echten Gesundheitsgefahr werden.

Der trügerische Komfort

Was sich nach Komfort anfühlt, ist für unsere Füße oft eine Belastungsprobe. Der Grund: Unsere Füße stecken tagsüber bereits stundenlang in engen Straßen-, Turnschuhen oder Stiefeln. Wenn wir sie abends in den nächsten geschlossenen Schuh quetschen, rauben wir ihnen jegliche Bewegungsfreiheit. Auf Dauer riskieren wir durch zu enge Schuhe ernsthafte Beschwerden, wie zum Beispiel Fußfehlstellungen (wie den Spreizfuß) oder schmerzhafte Nervenprobleme.

Zwei Füße in flauschigen Hausschuhen im gemütlichen Wohnzimmer auf einem Sofa ausgestreckt.
Hausschuhe © Getty Images

Barfußlaufen: Das Geheimrezept für starke Füße

Erinnerst du dich an das wunderbare Gefühl, im Sommer barfuß über weiches Gras oder feinen Sand zu laufen? Diese Freiheit brauchen unsere Füße auch im Herbst und Winter. Wenn wir zu Hause "unten ohne" über das Parkett oder den weichen Teppich gehen, trainieren wir ganz nebenbei unsere Fußsohlenmuskulatur.

Ohne die stützende Sohle eines Schuhs muss der Fuß seine natürliche Dämpfungsfunktion wieder selbst übernehmen. Dieser Reiz kräftigt die Bänder, Sehnen und Muskeln, hebt das Fußgewölbe an und fördert eine gesunde Zehenstellung. Tatsächlich entstehen viele körperliche Beschwerden, sogar Schmerzen in Knie oder Hüfte, oft durch eine unbemerkt verkümmerte Fußmuskulatur. Auch bestimmte Krankheitsbilder wie der Fersensporn werden durch untrainierte Füße begünstigt, weshalb Barfußlaufen dem aktiv entgegenwirken kann.

Aber was ist mit kalten Füßen?

Das Hauptargument für die Hausschuhe ist natürlich die Wärme. Doch wer seine Füße ständig wärmt, nimmt dem Körper die Chance, seine natürliche Temperaturregulation zu trainieren.

Ältere Frau erhält Hilfe beim Anziehen roter Socken von einer Pflegekraft.
. © Getty Images

Der Experten-Tipp: Anstatt zu Hausschuhen zu greifen, solltest du deine Durchblutung ankurbeln. Dafür eignen sich vor allem Wechselduschen. Dabei führt man abwechselnd warmes und kaltes Wasser über Beine und Füße, wodurch diese lernen, auch an kalten Tagen von ganz allein wärmer zu bleiben. Auch kleine Gymnastikeinheiten im Alltag, wie das Kreisen der Füße, das Strecken der Zehen oder der Wechsel auf die Zehenspitzen beim morgendlichen Zähneputzen, regen die Blutzirkulation an. Für den ultimativen Wellness-Faktor sorgt zudem eine Massage der Fußsohle mit einem Igelball. Das lässt sich ganz bequem und entspannt abends auf dem Sofa erledigen.

Gibt es Ausnahmen?

Natürlich gilt die "Barfuß-Regel" vor allem für gesunde Füße. Wer unter Vorerkrankungen wie Diabetes oder Polyneuropathie leidet, bei denen die Nerven geschädigt sind und das Schmerzempfinden in den Füßen gestört ist, sollte seine Füße weiterhin vor Verletzungen schützen. Auch bei akuten Fußproblemen, die eine orthopädische Dämpfung oder Einlagen zwingend erfordern, sind unterstützende Haus- oder Spezialschuhe ratsam.

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