Pfuscher am Werk

Von Botox bis Beschneidungen - illegale Arztpraxis versiegelt

Medikamententisch mit offener Lade, medizinischem Zubehör und danebenstehendem Stuhl.
© Gruppe Sofortmaßnahmen
Abgelaufene Spritzen, unsachgemäß gelagerte Arzneimittel und keine vorgeschriebene Notfallausrüstung: Neben Anzeigen nach dem Ärztegesetz ermittelt die Polizei auch wegen des Verdachts auf schweren Betrug - die gesamte Ordination wurde versiegelt.
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Abgelaufene Medikamente, gefährliche Hygienemängel und ein Mann, der seit mehr als zehn Jahren nicht mehr als Arzt arbeiten darf: Bei einer Schwerpunktkontrolle der Gruppe Sofortmaßnahmen in einer Arztpraxis in Wien-Favoriten stießen die Behörden auf erschreckende Zustände. Die Ordination wurde umgehend dichtgemacht.

Person mit roter Weste arbeitet an einem offenen Medikamentenwagen in einem Behandlungsraum.
Mitarbeiter der Gruppe Sofortmaßnahmen bei einem offenen Medikamentenwagen © Gruppe Sofortmaßnahmen

Bei der Kontrolle erhärtete sich die Vermutung, dass der "behandelnde Arzt" trotz fehlender Berufsberechtigung weiterhin Patienten behandelt haben soll. Das Angebot vor Ort war breit: Es reichte von Botox-Spritzen bis hin zu Beschneidungen. Brisant ist auch der Verdacht, dass der Mann den Arztstempel eines anderen Mediziners missbräuchlich verwendet haben soll. Zusätzlich wurden ein Fall von Schwarzarbeit sowie ein mutmaßlich unrechtmäßiger Bezug von Wiener Mindestsicherung festgestellt.

Tür mit Sehtafel zum Röntgenraum, behördlich versiegelt mit Siegelstreifen und Hinweisschild.
Sehtafel an der Tür zum Röntgenraum, der behördlich versiegelt ist © Gruppe Sofortmaßnahmen

Drastische Folgen

Das Magistrat erstattete in der Folge mehrere Anzeigen nach dem Ärztegesetz, die Polizei zeigte den Verdacht auf schweren Betrug an. Wegen der Vielzahl und Schwere der festgestellten Missstände wurde die gesamte Ordination behördlich versiegelt, die Türschlösser ausgetauscht.

Behördlich versiegelter Medikamenten-Kühlschrank mit blauen Elementen und Sichtfenster.
Zu sehen ist ein behördlich versiegelter Medikamenten-Kühlschrank © Gruppe Sofortmaßnahmen

"Ärztinnen und Ärzte leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie genießen das Vertrauen der Menschen, weil es um das Wertvollste geht, das wir haben: unsere Gesundheit. Wenn Menschen medizinische Hilfe suchen, müssen sie sich darauf verlassen können, in sicheren Händen zu sein. Dieses Vertrauen ist das Fundament unseres Gesundheitssystems und darf niemals missbraucht werden", betont Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien.

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