Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1267 (Dienstag: 1,1179) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8875 (0,8945) Euro.
Am Nachmittag kostete der Euro 1,1239 US-Dollar, nachdem der Kurs am Vorabend noch deutlich unter 1,12 Dollar gestanden hatte. Allerdings lag der Kurs zuletzt unter seinen Tageshochs.
Der Dollar steht seit der Früh zu allen anderen wichtigen Währungen unter Verkaufsdruck. Die Kursverluste zeigen, dass der Markt vom Wahlergebnis in den USA überrascht wurde, wie Devisenexperte Volkmar Baur von der Commerzbank sagte. Er rechnet kurzfristig mit weiteren Kursverlusten beim Dollar.
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In einer deutlichen Abrechnung mit der Politik von Präsident Donald Trump übertrugen die US-Wähler den Demokraten die volle Kontrolle über den Kongress. Trumps Republikaner haben ihre Mehrheit nicht nur im Abgeordnetenhaus, sondern auch im Senat verloren - was noch vor wenigen Monaten als kaum wahrscheinlich galt.
Dies könnte hohe Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) und den Bau von Rechenzentren ausbremsen, sagte Experte Baur. Der KI-Boom gilt als ein wesentlicher Treiber der US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten, was auch den Dollar stützte. "Längerfristig dürfte es wirtschaftlich gesehen entscheidend werden, was die niedrigeren Investitionen für das Wachstum in den USA bedeuten", sagte Baur.
Zudem wurde der Euro durch Inflationsdaten aus der Eurozone gestützt. Im Oktober ist die Teuerung auf 4,0 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit über drei Jahren. Die Inflation stieg damit weiter über das Ziel der EZB von mittelfristig zwei Prozent und setzt die Notenbank unter Druck, die Zinsen zu erhöhen.
Zuletzt hatte Bundesbankpräsident Joachim Nagel, der auch Mitglied des EZB-Rates ist, gesagt, dass eine Zinserhöhung im Dezember "sehr wahrscheinlich notwendig" sei. Aus heutiger Sicht dürfte kaum ein Weg an einer Zinserhöhung vorbeiführen, wenn sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessere, sagte Nagel am Dienstagabend auf einer Veranstaltung in Berlin.
Die etwas schwächer als erwartet ausgefallene Stimmung im Dienstleistungssektor der USA bewegte den Devisenmarkt kaum. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex ISM ist im Oktober etwas stärker gefallen als erwartet. "Ungeachtet des leichten Rückgangs hat sich die Perspektive des US-Dienstleistungsgewerbes im Oktober kaum verändert", schreibt Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. "Der Index liegt klar in der Expansionszone und zusammen mit dem Pendant des Verarbeitenden Gewerbes ergibt sich so eine positive Indikation für den gesamtwirtschaftlichen Output."
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