In Österreich wurden 2024 insgesamt 1.242 neue Krebserkrankungen im Bereich Kopf und Hals registriert. Dazu zählen unter anderem Tumore der Mundhöhle und des Rachens. Ein eigenes organisiertes Früherkennungsprogramm wie bei Brust- oder Darmkrebs gibt es für Mundkrebs nicht. Umso wichtiger sind regelmäßige Zahnarztbesuche und ein aufmerksamer Blick in den eigenen Mund.
Selbstcheck in zwei Minuten
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Für die Untersuchung brauchen Sie lediglich einen Spiegel, ein Taschentuch und gutes Licht. Auch die Taschenlampe des Handys kann helfen. Experten empfehlen, den Mund einmal im Monat gründlich zu kontrollieren.
Besonders wichtig ist die Zunge: Ziehen Sie sie mit einem Taschentuch vorsichtig nach links und rechts, um die seitlichen Ränder zu untersuchen. Anschließend die Zungenspitze nach oben klappen und auch die Unterseite ansehen. Denn gerade am seitlichen Zungenrand tritt Mundhöhlenkrebs besonders häufig auf.
Auf diese sechs Stellen sollten Sie achten
- Zunge: Achten Sie auf weiße Beläge, die sich nicht abwischen lassen, rote oder rot-weiße Flecken, Wunden und Verhärtungen.
- Mundboden: Tasten Sie den Bereich unter der Zunge vorsichtig mit den Fingern ab. Ungewöhnliche Knoten oder Verhärtungen sollten untersucht werden.
- Lippen und Wangen: Klappen Sie die Lippen um und ziehen Sie die Wangen vorsichtig nach außen. Besonders an der Unterlippe können dauerhaft raue Stellen auffallen.
- Zahnfleisch: Kontrollieren Sie das Zahnfleisch sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer. Auffällige Verfärbungen oder Veränderungen sollten Sie beim Zahnarzt ansprechen.
- Gaumen: Öffnen Sie den Mund weit und legen Sie den Kopf in den Nacken, um den Gaumen zu untersuchen.
- Hals: Tasten Sie die Seiten des Halses und den Bereich unter dem Kiefer ab. Neue, harte und schmerzlose Knoten gehören ärztlich abgeklärt.
Diese Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen
Besonders aufmerksam sollten Sie bei folgenden Veränderungen sein:
- Weiße Flecken, die sich nicht abwischen lassen
- Rote oder rot-weiße Stellen
- Wunden, die nicht abheilen
- Verhärtungen oder Knoten im Mund
- Unerklärliche Taubheitsgefühle an Zunge, Lippe oder Wange
- Plötzlich lockere Zähne oder eine nicht mehr passende Prothese
- Anhaltende einseitige Schluckbeschwerden sowie Hals- oder Ohrenschmerzen
Wichtig: Nicht jede Veränderung bedeutet Krebs. Viele Beschwerden haben harmlose Ursachen. Entscheidend ist, ob sie wieder verschwinden.
Die Zwei-Wochen-Regel
Eine wichtige Faustregel lautet: Veränderungen, die nach zwei Wochen nicht abgeheilt sind, sollten zahnärztlich oder ärztlich untersucht werden.
Eine harmlose Aphte verschwindet normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen und verursacht häufig Schmerzen. Ein beginnender Tumor kann dagegen zunächst völlig schmerzlos sein. Gerade deshalb sollten anhaltende Veränderungen nicht ignoriert werden.
Rauchen und Alkohol erhöhen das Risiko
Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Mundhöhlenkrebs zählen Tabak und Alkohol. Besonders problematisch ist die Kombination aus beidem, weil sich die Risiken gegenseitig verstärken können.
Auch Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) spielen eine Rolle. Sie können vor allem Krebs im Rachenbereich begünstigen. Die HPV-Impfung wird in Österreich für Mädchen und Buben empfohlen und ist Teil des kostenlosen Impfprogramms für Kinder und Jugendliche.
Daneben werden auch Shisha, Nikotinbeutel und E-Zigaretten diskutiert. Bei manchen Produkten gibt es bereits Hinweise auf gesundheitliche Schäden, für andere fehlen noch langfristige Daten. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sie ungefährlich sind.
Auch junge Menschen sind betroffen
Mundkrebs ist keine Erkrankung, die ausschließlich ältere Menschen betrifft. Auch jüngere Patienten können erkranken. Deshalb sollte die Mundschleimhaut bei Zahnarztkontrollen unabhängig vom Alter mituntersucht werden.
Besteht der Verdacht auf eine auffällige Veränderung, kann eine Überweisung zu einem Spezialisten folgen. Gewissheit bringt letztlich eine Gewebeprobe. Wer eine Veränderung bemerkt, sollte daher nicht abwarten, bis Schmerzen auftreten.
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