„Nicht selbstverständlich“

Sehr emotional: Mick verrät neue Details über Michael Schumacher

Mick Schumacher verrät emotionale Details von Corinna und Michael Schumacher.
© Getty
Mick Schumacher hat neue Details über seinen Vater Michael verraten, die man so noch nicht kannte.
OE24 auf Google bevorzugen

In etwa zwei Monaten jährt sich der tragische Ski-Unfall von Michael Schumacher zum 13. Mal. Der 29. Dezember 2013 hat das Leben der ganzen Familie verändert. Mittlerweile spricht auch sein Sohn Mick, der damals beim Skiunfall als 14-jähriger Junge dabei war, auch darüber, wie die Formel-1-Ikone früher war. Doch bis heute hoffen viele Fans und langjährige Weggefährten auf ein erfreuliches Gesundheits-Update des mittlerweile 57-jährigen Deutschen. Ausgerechnet Mick brachte nun neue Details ans Licht.

Vor einigen Tagen kam auf Netflix die neue Schumi-Doku raus, die den Aufstieg des Ausnahme-Piloten vor und hinter den Kulissen beleuchtete. Doch das ist noch nicht alles. Autor Alfred Weinzierl veröffentlichte nun sein neuestes Werk „Über Michael Schumacher und die deutsche Ära in der Formel 1“, wo auch der Sohn der Ikone zu Wort kommt und neue Details verrät, die man so bisher noch nicht gehört hatte.

Der 27-Jährige geht dabei sehr emotional ins Detail. Schon als Mick meint, dass sein Vater „zwar ein Rennfahrergott“ sei, „aber für mich ist er der Papa. Und weil er als Papa so eine mega Person ist, übertrumpft das den Rest, also den Rennfahrer, bei Weitem.“ Spätestens hier merkt man, wie tief der Schumi-Spross blicken lassen wird.

IndyCar-Serie gegen Michaels Willen

Interessant ist auch, dass er mittlerweile sein Glück in der IndyCar-Serie in den USA versucht. Die High-Speed-Rennen kritisierte sein Vater zu seiner aktiven Zeit stets und hat einen Start dort stets abgelehnt. Umso ironischer ist es nun, dass sein Erbe nach dem gescheiterten Versuch in der Formel 1 ausgerechnet dort Fuß fassen möchte.

Dabei formte Michael seinen Sohn schon in jungen Jahren und bereitete ihn auf die Herausforderungen in der Motorsportkönigsklasse vor. So erzählt Mick eine gänzlich unbekannte Szene aus der Zeit, als er noch im Kartbereich tätig war. Bei einem Rennen in Italien lief es nicht so gut. Im Qualifying, wo auch zukünftige Stars wie Lando Norris und Lance Stroll am Start standen, landete Schumacher weit hinten. Etwas, das sein Vater alles andere als gutheißen wollte.

„Eigentlich hatten wir geplant, ein paar Wochen später beim Weltfinale in Bahrain zu starten. Doch dann meinte Papa: ‚Wir gehen nicht nach Bahrain, du warst nicht gut genug in Sarno.‘ Ich war gekränkt und traurig. Aber dann habe ich mir gesagt, ich muss einfach daran arbeiten, dass ich besser werde und mir das nicht noch einmal passiert“, berichtet er in dem Buch von einer wichtigen Lektion für seine zukünftige Laufbahn.

„Du kriegst jetzt mal nicht, was du willst“

Auch der Versuch, bei Mutter Corinna Trost zu erhalten, dürfte nicht so geklappt haben. Demnach wurde Mick nur erklärt, dass er damit darauf vorbereitet werden würde, wie es im echten Leben zugehen kann und er auch mal härter angegriffen werden kann. Corinna soll ihm erklärt haben: „Du kriegst jetzt mal nicht, was du willst.“

„Ich wusste immer, dass er Dinge aus gutem Grund macht. Nicht als Bestrafung, sondern zum Lernen. Die Art und Weise, wie er solche Situationen gemanagt hat, war immer superväterlich“, lief der 27-Jährige tief blicken und erinnert sich besonders emotional an die Zeit mit seinem Vater. Mit diesem Ansatz dürfte sein Vater auch das richtige Gespür gehabt haben.

Mick Schumacher mit Mutter Corinna.
Mick Schumacher mit Mutter Corinna. © Getty Images

Mick erklärt dazu: „Ich wusste immer, dass er Dinge aus gutem Grund macht. Nicht als Bestrafung, sondern zum Lernen. Die Art und Weise, wie er solche Situationen gemanagt hat, war immer superväterlich. In diesem Fall wollte er mich vielleicht vorbereiten auf einen Teamchef, der etwas komplizierter ist und Entscheidungen trifft, die mir nicht gefallen.“ Der Einstieg in die Königsklasse des Motorsports im Jahr 2021 gestaltete sich für Mick von Beginn an als äußerst kompliziert.

Schwere Zeit in der Formel 1

Beim Haas-Rennstall traf der Deutsche auf den Südtiroler Teamchef Günther Steiner, der für seinen extrem schroffen Umgangston im Fahrerlager bekannt war. Schumacher, der als Schützling der Ferrari-Nachwuchsakademie beim US-Rennstall platziert worden war, sah sich einem nicht konkurrenzfähigen Auto und einer frostigen Atmosphäre gegenüber. Nach zwei gemeinsamen Saisonen folgte schließlich die Trennung.

Mick Schumacher, Günther Steiner und Nikiza Mazepin.
Mick Schumacher, Günther Steiner und Nikiza Mazepin. © LAT Images

Rückblickend findet der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher deutliche Worte für das Klima im Rennstall: „Gleich zu Beginn ist so viel schiefgelaufen, dass unsere Beziehung sehr angespannt war und diese Anspannung bis zum Ende geblieben ist. Es hört sich vielleicht etwas bitter oder sogar verbittert an, wenn ich dem jetzt so nachhänge. Aber vieles war einfach nicht korrekt.“

Schumacher gesteht Fehler

Wie es in einem funktionierenden Umfeld zugehen kann, realisierte Schumacher erst nach seinem Aus bei Haas. Bei Mercedes heuerte er als Test- und Ersatzfahrer an und erlebte dort eine gänzlich andere Kultur im Umgang mit den Piloten. Erst dort habe er begriffen, „wie dort mit dem Fahrer gearbeitet wird. Deshalb bin ich heute der festen Überzeugung, dass ich bei einem anderen Team anders hätte performen können.“

Die Zeit bei Mercedes hat Mick Schumacher weitergeholfen.
Die Zeit bei Mercedes hat Mick Schumacher weitergeholfen. © LAT Images

Bereits vor seinem Einstieg in die Königsklasse gab es eine entscheidende Weichenstellung. 2019 unterbreitete ihm die Scuderia Ferrari das Angebot, direkt als Testfahrer für das Traditionsteam zu fungieren. Mick lehnte die Angebot damals bewusst ab, um sich voll auf die Formel 2 zu konzentrieren. Aus heutiger Sicht urteilt er selbstkritisch: „Vielleicht war das ein Fehler.“

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden