Süße Versuchung, bitterer Streit: Wer an Toblerone denkt, hat sofort die markanten Schoko-Dreiecke vor Augen. Genau um diese unverwechselbare Form ist jetzt ein Rechtsstreit entbrannt. Der Lebensmittelkonzern Mondelēz, zu dem Toblerone gehört, geht gegen das kleine britische Unternehmen Catherine’s Originals vor. Dessen veganer "O’bar" ist dem Konzern offenbar zu nah am Original.
Wie der "Guardian" berichtet, wurden beim High Court in London Unterlagen eingereicht. Mondelēz wirft dem Unternehmen eine Verletzung von Markenrechten und sogenanntes "Passing off" vor – vereinfacht gesagt den Vorwurf, durch die Aufmachung eines Produkts eine irreführende Verbindung zu einer anderen Marke herzustellen. Catherine’s Originals weist die Anschuldigungen zurück.
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Dreiecke gegen Rundungen
Der Stein des Anstoßes ist ein länglicher Schokoriegel, der in einzelne, erhöhte Stücke unterteilt ist. Während Toblerone auf seine berühmten Spitzen setzt, hat der O’bar abgerundete, halbovale Erhebungen. Aus Sicht von Mondelēz ist die Ähnlichkeit dennoch ein Fall für die Justiz.
Die Gründerin hat dafür eine ganz andere Erklärung: Das Design orientiere sich am "O" in Originals. Catherine Dodd gründete ihre Marke 2021, damals noch als Teenager. Produziert wird in Walberton in der englischen Grafschaft Sussex, verkauft unter anderem online und in Supermärkten.
Gründerin will sich wehren
Für das kleine Unternehmen ist die Auseinandersetzung mit dem internationalen Konzern eine enorme Belastung. Dodd bezeichnet die Situation gegenüber dem "Guardian" als beängstigend. Hinter der Marke steckten viel Arbeit und Herzblut. Trotzdem will sie gemeinsam mit ihrem Anwaltsteam für das eigene Produkt einstehen.
Auch ihre Rechtsvertretung betont, dass der O’bar ein eigenständiges Design und eine eigene Identität habe. Klein zu sein, bedeutet für die Gründerin jedenfalls nicht, im Streit mit einem großen Konzern gleich klein beizugeben.
Mondelēz hält dagegen: Die Toblerone-Form zähle zu den bekanntesten Produktdesigns weltweit. Man müsse die eigenen Markenrechte schützen und habe über mehrere Monate versucht, direkt mit Catherine’s Originals eine Lösung zu finden. Eine Einigung sei jedoch ausgeblieben.
Auch "Twin Peaks" sorgte schon für Ärger
Es ist nicht das erste Mal, dass sich rund um Toblerones Zacken ein Streit entzündet. Bereits 2017 geriet die britische Billigkette Poundland mit ihrem Riegel "Twin Peaks" ins Visier von Mondelēz. Der hatte Doppelspitzen statt der einzelnen Toblerone-Zacken.
Nach einer rechtlichen Warnung wurde der Verkaufsstart verschoben. Später einigten sich die Unternehmen: Poundland änderte die Form des Riegels und die Farbe der Verpackung, das Produkt kam schließlich auf den Markt.
Ob auch der vegane O’bar künftig anders aussehen muss, ist offen. Die Vorwürfe sind bislang keine gerichtlich festgestellte Markenverletzung. Fest steht vorerst nur: Bei diesem Schoko-Streit geht es um deutlich mehr als eine Geschmacksfrage.
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