"Ich bin Türke!"

Rassismus-Vorwürfe! Demirbay bricht sein Schweigen über DFB-Ende

Kerem Demirbay streckt jubelnd im DFB-Trikot den Pokal des FIFA Confederations Cups in den Himmel.
© Getty Images
Ehemaliger DFB-Nationalspieler packt aus: Kerem Demirbay bricht sein Schweigen und erhebt im Interview schwere Vorwürfe gegen den DFB sowie über erlebten Rassismus in Deutschland.
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Kerem Demirbay sorgt im türkischen Fußball für ein echtes Beben. Im emotionalen Video-Interview auf YouTube mit Sportjournalist Yağız Sabuncuoğlu ließ der Mittelfeldspieler von Galatasaray Istanbul tief blicken – und sparte weder mit Kritik an den Vorgängen bei seinem aktuellen Klub noch an den Zuständen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Auf die Dominanz von Galatasaray angesprochen, deutete Demirbay bereits erhebliche Spannungen im Hintergrund an: "Wenn ich ehrlich sagen würde, was ich denke, würde es überall gewaltig knallen. Es ist nicht alles so, wie es von außen aussieht. Alle schlucken es einfach runter."

Türkei-Tattoo nach Trikot-Auszug sorgte für Rassismus-Wirbel

So richtig hochexplosiv wurde das Gespräch jedoch, als Demirbay auf seine Vergangenheit in der deutschen Nationalmannschaft zu sprechen kam. Nach zwei Länderspielen und einem Treffer war das Kapitel DFB für den gebürtigen Herten plötzlich beendet. Ein entscheidender Wendepunkt war laut dem Profi ein Jubel, bei dem er sein Trikot auszoog und seine Tätowierung mit der Landkarte der Türkei zum Vorschein kam. "In den Medien änderte sich sofort die Dynamik. In Deutschland gibt es viel Rassismus gegen uns, das ist eine Tatsache", stellte Demirbay unmissverständlich klar.

Nacht-Nachricht von DFB-Funktionär besiegelte Demirbays Ausbootung

Kerem Demirbay sitzt im Trainingsdress mit ausgebreiteten Händen im Interview gegenüber von Yağız Sabuncuoğlu auf einem Sportplatz.
Klartext im Freiluft-Studio: Galatasaray-Profi Kerem Demirbay gestikuliert während des Video-Interviews mit Sportjournalist Yağız Sabuncuoğlu auf dem Trainingsgelände. Der ehemalige deutsche Nationalspieler spricht im ausführlichen Talk offen über verheimlichte Vorfälle bei seinem Klub, erlebten Rassismus in Deutschland sowie seine endgültige Absage an den DFB. © https://www.youtube.com/@yagosabuncuoglu

Den endgültigen Bruch gab es schließlich nach einem Champions-League-Spiel mit Hoffenheim gegen Başakşehir, als Demirbay in Interviews betonte: "Ich bin Türke. Meine Mutter und mein Vater sind Türken, mein Blut ist türkisch." Noch in derselben Nacht habe ihn eine schicksalhafte Nachricht einer einflussreichen DFB-Persönlichkeit erreicht, woraufhin die Bande endgültig rissen und er trotz Bestform nie wieder nominiert wurde. Für die DFB-Elf würde er heute unter keinen Umständen mehr auflaufen: "Selbst wenn sie mich heute einladen würden, würde ich nicht mehr hingehen. Die Nationalmannschaft ist mir egal, denn ich bin Türke!"

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