Teure Energie

Ölriese BP vervierfacht seinen Nettogewinn

Luftaufnahme eines beleuchteten Öl- und Treibstofflagers in einer Raffinerie bei Nacht.
© APA/AFP/INA FASSBENDER
Ölpreise und Raffineriemargen treiben den Nettogewinn von BP im dritten Quartal in die Höhe.  In den drei Monaten bis Ende September schnellte der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn von 2,21 auf knapp 8,5 Mrd. US-Dollar (knapp 7,6 Mrd. Euro).
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Mehr als die Hälfte des Gewinns stammte aus dem Raffinerie- und Handelsgeschäft. An der Börse legte die BP-Aktie knapp 2 Prozent zu. "Wir leben in dynamischen Zeiten, in denen Volatilität und Störungen der Handelsströme weiterhin die Energiemärkte prägen", sagte Unternehmenschefin Meg O'Neill laut einer Mitteilung.

Raffinerien arbeiteten nahezu an ihrer Kapazitätsgrenze, um Engpässe auszugleichen. Die Schifffahrt nehme andere und längere Routen in Anspruch, und die Freigabe von strategischen und kommerziellen Reserven trage dazu bei, Versorgungslücken zu überbrücken.

Raffinerien an Kapazitätsgrenze

Sowohl der Iran-Krieg als auch die Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien haben das Öl- und Kraftstoffangebot verknappt. Der Ölpreis liegt bei über 100 Dollar je Barrel und Preise für Kraftstoffe sind noch stärker gestiegen. Davon profitieren Ölkonzerne, wie BP, Shell und Co. Anders als viele der Wettbewerber zuletzt kündigten die Briten aber keine weiteren Aktienrückkäufe an. Unternehmenschefin Meg O'Neill steht erst seit April als erste Frau an der Spitze des Öl- und Gaskonzerns. Unter ihrer Regie senkt BP Kosten, verkauft Vermögenswerte und baut Schulden ab. Am 15. Dezember will die Managerin ein strategisches Update geben.

Auch OMV profitiert

Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV hat im 3. Quartal 2026 den operativen Gewinn um 68 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert.

Das um Lagereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Sondereffekten (CCS) betrug rund 2,1 Milliarden Euro, gab das teilstaatliche Unternehmen bereits am Donnerstag bekannt. Die OMV profitierte dabei von hohen Öl- und Gaspreisen sowie gestiegenen Raffineriemargen am Weltmarkt.

Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem 3. Quartal 2025 um 43 Prozent auf fast neun Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie verdoppelte sich fast auf 3,14 Euro. Im Jahresvergleich besonders stark hat sich das operative Ergebnis vor Sondereffekten in der Fuel-Sparte entwickelt mit einem Plus von 172 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. In der Energiesparte gab es eine Steigerung um 51 Prozent auf 936 Millionen Euro. Die Chemiesparte verzeichnete einen Rückgang um 72 Prozent auf 63 Mio. Euro.

Deutlich gestiegene Öl- und Gaspreise: Der Anstieg im Energiebereich sei hauptsächlich auf "positive Markteffekte" in Höhe von 515 Mio. Euro zurückzuführen, "in denen sich deutlich höhere realisierte Gas- und Ölpreise widerspiegelten". Geringere Verkaufsmengen aufgrund verzögerter Öl- und Gasförderungen im Nahen Osten seien mehr als ausgeglichen worden. Im Fuel-Bereich war der kräftige Gewinnzuwachs auf "deutlich höhere Raffinerie-Referenzmargen in Europa und im Nahen Osten sowie auf hohe Raffinerie Auslastungsgrade in Verbindung mit einem verbesserten Produktmix zurückzuführen".

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