Modelwahl irritiert
Kylie Jenner modelt für Stella McCartney: Fashion-Insider wittern Doppelmoral
Kylie Jenner und Stella McCartney: Eine Kombination, die in der Modewelt für Aufmerksamkeit sorgt. In einem neuen Kurzfilm der britischen Designerin ist die Unternehmerin gemeinsam mit einem Pferd am Strand zu sehen. Die Aufnahmen sollen die Kraft, Sensibilität und Freiheit der Tiere zelebrieren. Doch während die Kampagne mit eindrucksvollen Bildern und einer Botschaft für den Tierschutz punkten möchte, diskutieren Fans online über eine andere Frage: Passt Kylie Jenner überhaupt zu den Werten der Marke?
Kylie Jenner posiert mit Pferd am Strand
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Der neue Kurzfilm wurde von Filmemacherin Gia Coppola inszeniert, die zuletzt mit "The Last Showgirl" mit Pamela Anderson und Jamie Lee Curtis für Aufmerksamkeit sorgte. Darin ist Jenner am Pazifik zu sehen, unter anderem gemeinsam mit einem dressierten Pferd im Wasser. Zusätzlich präsentiert sie verschiedene Looks aus der neuen Kollektion von Stella McCartney.
Die Kampagne knüpft an die Winterkollektion 2026 an, die im Zeichen des chinesischen Jahres des Pferdes steht. Schon bei der Präsentation während der Pariser Modewoche spielte das Tier eine zentrale Rolle: Die Models liefen auf einem Parcours rund um zehn Pferde in einer Reithalle im Bois de Boulogne.
Für McCartney ist die Verbindung zu Tieren kein bloßes Kampagnenmotiv. Seit der Gründung ihres Labels im Jahr 2001 verzichtet die Designerin nach eigenen Angaben auf Materialien wie Pelz, Leder, Federn und Tierhäute. Mit ihrer Marke setzt sie auf alternative Materialien und eine möglichst verantwortungsvolle Produktion.
Auch beim Dreh des neuen Films soll der Tierschutz berücksichtigt worden sein. Laut dem Modehaus war die American Humane Society vor Ort, um die Szenen mit den Tieren zu überwachen. Keinem Pferd sei Schaden zugefügt worden. Außerdem kündigte die Marke eine Spende zugunsten von Organisationen an, die sich weltweit für den Schutz von Pferden einsetzen.
"Passt Kylie Jenner überhaupt zu den Werten der Marke?"
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Trotz der aufwendigen Inszenierung stößt die Kampagne bei einem Teil der Community auf Widerstand. Vor allem die Entscheidung, Kylie Jenner als Gesicht für eine Marke mit einem starken Nachhaltigkeits- und Tierschutzanspruch einzusetzen, wird infrage gestellt.
Eine Userin schreibt sinngemäß, sie habe die Marke wegen ihrer Liebe zum Detail und ihres Fokus auf Nachhaltigkeit lange geschätzt. Die Entscheidung, ausgerechnet Jenner für die Kampagne auszuwählen, enttäusche sie jedoch so sehr, dass sie künftig nichts mehr kaufen wolle.
Andere Kommentare stellen grundsätzlich infrage, warum Marken bestimmte Werte kommunizieren, gleichzeitig aber Prominente auswählen, deren Lebensstil aus Sicht der Kritikerinnen und Kritiker nicht dazu passe. "Vielleicht ist das eine rein kommerzielle Entscheidung", lautet eine entsprechende Einschätzung.
Besonders kritisch wird es bei der Frage, welche Verbindung Jenner persönlich zum Tierschutz hat. Einige Userinnen und User halten die Besetzung für widersprüchlich und bezweifeln, dass die Unternehmerin die Werte der Marke glaubwürdig repräsentiert. Andere kritisieren, dass bei solchen Kampagnen immer häufiger prominente Namen statt Models im Mittelpunkt stehen.
Zwischen Nachhaltigkeit und Promi-Marketing
Die Diskussion zeigt ein grundsätzliches Dilemma für nachhaltige Modemarken: Einerseits wollen sie ihre Werte konsequent vertreten, andererseits müssen sie wirtschaftlich erfolgreich sein und neue Zielgruppen erreichen. Eine prominente Persönlichkeit wie Jenner bringt enorme Reichweite mit und kann eine Kampagne weit über das klassische Modepublikum hinaus bekannt machen.
Genau darin sehen manche Fans eine Chance. Sie argumentieren, dass eine ethisch ausgerichtete Marke auch kommerziell erfolgreich sein müsse, um ihre Botschaft einem größeren Publikum zu vermitteln. Eine prominente Kampagne könne Menschen auf nachhaltige Mode aufmerksam machen, die sich bisher wenig damit beschäftigt hätten.
Andere wiederum finden, dass die Glaubwürdigkeit einer Marke nicht allein durch ihre Materialien oder Produktionsstandards entsteht. Auch die Personen, mit denen sie sich identifiziert, spielen für sie eine Rolle. Wenn die Botschaft einer Kampagne nicht zur öffentlichen Wahrnehmung ihres Gesichts passt, kann das Vertrauen kosten.
Kendall Jenner war bereits 2023 das "Stella-Girl"
Interessant ist, dass Kylie Jenner nicht die erste aus ihrer Familie ist, die für eine Pferde-Kampagne von Stella McCartney vor der Kamera stand. Bereits 2023 setzte die Designerin auf ihre Schwester Kendall Jenner als Gesicht der Winterkampagne.
Damals begründete das Modehaus die Wahl mit Kendalls langjähriger Liebe zu Pferden. Sie sei begeisterte Reiterin, habe bereits als Kind ein Pony bekommen und eine besondere Verbindung zu den Tieren entwickelt. Laut der Marke passte sie deshalb besonders gut zur Winterkollektion, die die Liebe zu Pferden und den Respekt vor Tieren in den Mittelpunkt stellte.
Bei Kylie Jenner scheint die Verbindung hingegen weniger offensichtlich zu sein. Während Kendall als Reiterin vorgestellt wurde, dreht sich die aktuelle Diskussion vor allem um Kylies Bekanntheit, ihren Lebensstil und die Frage, ob eine prominente Besetzung allein ausreicht, um eine nachhaltige Botschaft glaubwürdig zu vermitteln.
Eine Kampagne, zwei Perspektiven
Die neue Zusammenarbeit macht deutlich, wie unterschiedlich eine Promi-Kampagne wahrgenommen werden kann. Für die einen ist Kylie Jenner ein reichweitenstarkes Gesicht, das Stella McCartneys Botschaft einem breiten Publikum näherbringen kann. Für andere steht ihre Besetzung im Widerspruch zum ethischen Anspruch des Labels.
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