Nach dem Preissprung ist vor der nächsten Teuerung. Erst heuer ist der Preis für die Jahreskarte der Wiener Linien von 365 auf 467 Euro geklettert. Doch die nächste Erhöhung lässt nicht lange auf sich warten. Ab 1. Jänner 2027 werden die Öffi-Tickets in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland um durchschnittlich 3,4 Prozent teurer. Neben Jahreskarten sind auch Einzelfahrten betroffen.
Als Grund für die neuerliche Tarifanpassung nennt der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) die gestiegenen Personal-, Energie- und Betriebskosten. Maßgeblich für die Erhöhung ist die durchschnittliche Entwicklung des Verbraucherpreisindex über 12 Monate. Die Einnahmen aus Ticketverkäufen decken laut dem Verkehrsverbund weiterhin nur einen Teil der tatsächlichen Kosten. Den Großteil finanzieren die drei Bundesländer und der Bund.
So viel kosten die Öffi-Tickets ab Jänner
Bei den Wiener Linien wird vor allem die Jahreskarte erneut teurer. Ab Jänner kostet diese bei Einmalzahlung 483,10 Euro und damit um 16,10 Euro mehr als bisher. Innerhalb von nur zwei Jahren ist der Preis somit um 118,10 Euro gestiegen. Für die unbegrenzte Nutzung von U-Bahn, Bim und Bus werden künftig umgerechnet rund 1,32 Euro pro Tag fällig. Auch die übrigen Tarife der Wiener Linien werden angepasst.
Die neuen Preise im Überblick
- Jahreskarte: 483,10 Euro bei Einmalzahlung
- Jahreskarte Jugend, Senior und Spezial: 310,40 Euro
- Einzelfahrt digital: 3,10 Euro
- Einzelfahrt in Papierform: 3,30 Euro
- Fahren ohne gültiges Ticket: 140 Euro, nach Zahlungserinnerung: 191 Euro
Wer seine Fahrscheine über den WienMobil Ticketshop kauft, fährt weiterhin günstiger. Digitale Einzel- und Kurzzeittickets kosten weniger als die entsprechenden Papierfahrscheine. Die Wiener Linien begründen den Preisunterschied mit dem geringeren Verwaltungsaufwand und Papierverbrauch.
Auch Pendler müssen mehr bezahlen
Die Teuerung trifft ebenso Fahrgäste in Niederösterreich und im Burgenland. In der günstigsten regionalen Tarifstufe steigt der Preis für eine Einzelfahrt von 2,30 auf 2,40 Euro. Eine Tageskarte kostet künftig 4,70 statt 4,50 Euro. Wer von der Wiener Kernzonengrenze nach St. Pölten Hauptbahnhof fährt, bezahlt ab Jänner 15 statt 14,50 Euro. Für Kinder steigt der Fahrpreis von 7,30 auf 7,50 Euro, für Senioren von 8,70 auf 9 Euro.
Auch auf der Strecke zwischen Mattersburg Brunnenplatz und Wiener Neustadt Hauptbahnhof wird es teurer. Eine Einzelfahrt kostet künftig 6,10 statt 5,90 Euro. Kinder zahlen 3,10 statt 3 Euro, Senioren 3,70 statt 3,50 Euro. Von der Anpassung betroffen sind außerdem die flexiblen 7- und 31-Tage-Tickets für Niederösterreich und das Burgenland sowie die Strecken-Jahreskarten. Bei Letzteren richtet sich der Preis weiterhin nach der individuell gewählten Verbindung.
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Klimatickets kosten bis zu 34 Euro mehr
Wer regelmäßig über die Landesgrenzen hinweg unterwegs ist, muss ebenfalls mit höheren Kosten rechnen. Das VOR KlimaTicket MetropolRegion, das in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland gilt, verteuert sich bei jährlicher Einmalzahlung von 1.019 auf 1.053,10 Euro. Das entspricht einem Plus von 34,10 Euro. Für Senioren sowie Jugendliche und Personen mit Spezialberechtigung steigt der Preis von 714 auf 738,40 Euro.
Beim VOR KlimaTicket Region, das für Niederösterreich und das Burgenland gilt, werden künftig 570 statt 552 Euro fällig. Die ermäßigte Variante für Senioren, Jugendliche und Personen mit Spezialberechtigung kostet ab Jänner 428 statt 414 Euro.
Ausnahme für Schüler und Lehrlinge
Eine Ausnahme gibt es beim Top-Jugendticket. Damit können Schüler und Lehrlinge sämtliche Verbundlinien in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nutzen, auch an Wochenenden und während der Ferien. Der Preis bleibt für das gesamte laufende Schuljahr 2026/27 bei 101 Euro. Das gilt selbst dann, wenn das Ticket erst nach dem Jahreswechsel gekauft wird. Erst mit Beginn des Schuljahres 2027/28 im September steigt der Preis auf 103 Euro. Unverändert bleiben die Kosten für das reguläre Jugendticket. Es kostet weiterhin 29,60 Euro und gilt für Fahrten zwischen Wohnadresse, Schule und Lehrbetrieb.
Erleichterungen für Senioren und Studenten
Mit der Tarifanpassung fallen auch einige bürokratische Hürden weg. Senioren ab 65 Jahren benötigen in Niederösterreich und im Burgenland künftig keine ÖBB Vorteilscard Senior mehr, um den ermäßigten VOR-Tarif nutzen zu können. Ab 1. Jänner genügt ein amtlicher Lichtbildausweis. Damit gelten in der gesamten Ostregion dieselben Regeln.
Auch Studierende unter 26 Jahren profitieren von einer Vereinfachung. Für die ermäßigte VOR-Monatskarte reicht künftig ein gültiger Studienausweis aus. Die bisher zusätzlich erforderliche ÖBB Vorteilscard Jugend entfällt.
Neue Tickets bereits ab November erhältlich
Neu ist auch der gemeinsame Zeitpunkt für künftige Preiserhöhungen. Bis 2025 hat der VOR seine Tarife jeweils mit 1. Juli angepasst. Heuer sind die Preise in der Region und in der Wiener Kernzone zu unterschiedlichen Terminen gestiegen. Ab 2027 sollen sämtliche regulären Tarifanpassungen wieder gebündelt zum 1. Jänner erfolgen. Eine Ausnahme bleibt das Top-Jugendticket, dessen Preis erst mit dem neuen Schuljahr angepasst wird. Wer bereits für das kommende Jahr planen möchte, kann die neuen Tickets ab 1. November 2026 im Vorverkauf erwerben. Voraussetzung ist, dass deren Gültigkeit frühestens am 1. Jänner 2027 beginnt.
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