Massiver Datenklau

Hunderttausende Mails erbeutet: Hackerangriff erschüttert AfD

Wahlplakat der AfD mit großem weißen Schriftzug auf blauem Hintergrund und rotem Pfeil.
© SOPA Images/LightRocket via Gett
Ein schwerer Cyberangriff erschüttert die deutsche Parteienlandschaft. Unbekannte Hacker haben interne Postfächer der AfD gekapert und gewaltige Datenmengen mit vertraulichen Inhalten im Internet veröffentlicht.
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Die Bundesrepublik blickt auf einen der bislang größten bekannten Cyber-Vorfälle im parteipolitischen Bereich. Auf einer Website wurden umfangreiche Datensätze publiziert, die aus der internen Kommunikation der AfD stammen sollen. Nach ersten Erkenntnissen umfasst das erbeutete Material die astronomische Zahl von 421.179 E-Mails mit einem Gesamtvolumen von 281 Gigabyte, so die "Bild".

Die Täter beschränkten sich dabei nicht auf bloße Datendumps: Auf der Plattform wurden eigens erstellte Zusammenfassungen publiziert, die mithilfe Künstlicher Intelligenz aus den elektronischen Nachrichten generiert wurden. Als Absender tauchen dabei namhafte Köpfe der Bundespartei auf, darunter die Partei- und Fraktionsvorsitzende Alice Weidel, Ehrenvorsitzender Alexander Gauland sowie der Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm. Eine direkte Anfrage an die Betreiber der dubiosen Veröffentlichungsseite blieb bislang unbeantwortet.

Personalausweise, Rechnungen und komplette Mitgliederlisten geleakt

Die Dimension des Leaks geht weit über alltäglichen Schriftverkehr hinaus. Erste stichprobenartige Einblicke in das Datenpaket belegen laut der "Bild", dass hochgradig vertrauliche Unterlagen aus dem parlamentarischen und organisatorischen Alltag entwendet wurden:

  • Lichtbildausweise: Ein Foto des Personalausweises des stellvertretenden Bundestags-Fraktionschefs Markus Frohnmaier sowie Fotos von Ausweisen weiterer Personen
  • Finanzunterlagen: Interne Rechnungen und detaillierte Kontoauszüge
  • Persönliche Dokumente: Zeugnisse und vertrauliche Personalunterlagen
  • Partei-Interna: Ausgefüllte Mitgliedsanträge sowie vertrauliche Mitgliederlisten ganzer AfD-Kreisverbände aus Nordrhein-Westfalen

Die Veröffentlichung solcher Datensätze berührt empfindlichste Persönlichkeitsrechte und Sicherheitsinteressen der betroffenen Parteimitglieder und Mitarbeiter.

Partei bestätigt Angriff auf externen Dienstleister

Die Parteispitze in Berlin sah sich am Montag mit dem massiven Sicherheitsleck konfrontiert. Ein Sprecher der AfD bestätigte den Vorfall auf Anfrage, relativierte jedoch die Tragweite: "Im September 2026 kam es zu einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister unserer Partei, bei dem offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer – von denen die meisten seit Jahren nicht mehr genutzt waren – widerrechtlich kopiert wurden."

Laut Parteiangaben habe die Attacke damals rasch gestoppt werden können. Sämtliche damals betroffenen Nutzer seien unmittelbar über den Datenabfluss informiert worden. Aktuelle E-Mail-Konten der Bundesgeschäftsstelle oder der aktuellen Parteiführung seien nach offizieller Darstellung nicht kompromittiert worden.

Herkunft und Echtheit der Dokumente werden behördlich geprüft

Trotz der Beschwichtigungsversuche bleibt unklar, ob alle nun publizierten Daten tatsächlich aus diesem Vorfall stammen und ob die Dokumente in Gänze authentisch sind. Die AfD kündigte an, die im Netz kursierenden Unterlagen einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Die Affäre dürfte nun auch die deutschen Sicherheitsbehörden und den Datenschutzbeauftragten auf den Plan rufen, um das wahre Ausmaß der Attacke aufzuklären.

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