Erste Bank Open

Heimsieg! Miedler/Oberleitner triumphieren in Wien

Zwei Tennisspieler jubeln auf dem Platz nach einem Sieg, im Hintergrund applaudiert das Publikum.
© Getty Images
Österreichs Tennis-Duo setzt seinen Erfolgslauf fort: Nach Shanghai holen Miedler und Oberleitner auch den Titel in Wien – und knacken die Top 20.
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Österreichischer Doppel-Triumph in der Wiener Stadthalle! Lucas Miedler (30) und Neil Oberleitner (27) gewinnen am Sonntag die Erste Bank Open und setzen ihren Erfolgslauf fort. Im Finale ließen die beiden ÖTV-Spieler den US-Amerikanern Ryan Seggerman und Learner Tien beim 6:1, 7:5 kaum eine Chance.

Nach nur 54 Minuten war der Heimsieg perfekt. Für Miedler ist es bereits der dritte Titel in Wien, für Oberleitner eine Premiere. Und die Bilanz der beiden kann sich sehen lassen: zwölf Siege in den vergangenen 13 Matches.

Zwei Breaks bringen Österreicher auf Kurs

Miedler und Oberleitner erwischten einen starken Start. Nach dem 2:1 nahmen sie den Amerikanern erstmals den Aufschlag ab und erhöhten auf 3:1. Wenig später folgte das nächste Break zum 5:1. Den ersten Satz machten die Österreicher anschließend bei eigenem Service zu – nach gerade einmal 20 Minuten.

Seggerman und Tien fanden zunächst kaum ein Mittel gegen das österreichische Duo. Erst im zweiten Durchgang entwickelte sich ein engeres Finale.

Die Amerikaner hielten ihre Aufschlagspiele und legten immer wieder vor. Miedler und Oberleitner mussten nachziehen, ließen sich aber nicht aus dem Rhythmus bringen.

Beim Stand von 5:5 fiel schließlich die Entscheidung. Die Österreicher schafften das Break zum 6:5 und servierten anschließend zum Turniersieg aus.

Miedler zum dritten Mal Wien-Champion

Für Lucas Miedler wird die Wiener Stadthalle immer mehr zum Erfolgsort. Bereits 2022 und 2024 hatte der Niederösterreicher gemeinsam mit Alexander Erler den Doppeltitel gewonnen. Im Vorjahr stand er mit Francisco Cabral ebenfalls im Finale.

Nun durfte er den Pokal zum dritten Mal entgegennehmen. In der Geschichte des Wiener ATP-Turniers ist es insgesamt der sechste österreichische Doppel-Titel.

Für Miedler war es zugleich der 15. ATP-Titel seiner Karriere und bereits der fünfte in dieser Saison. Neben den Erfolgen mit Oberleitner in Shanghai und Wien hatte er 2026 in Brisbane mit Cabral sowie in Gstaad und Kitzbühel mit Marc Polmans gewonnen.

Auch in Kitzbühel hat Miedler inzwischen drei Titel gesammelt. 2021 und 2023 war er dort mit Erler erfolgreich gewesen.

Oberleitner feiert vor der eigenen Haustür

Für Neil Oberleitner hatte der Triumph eine andere Dimension. Der 27-Jährige wohnt nur wenige Minuten von der Stadthalle entfernt. In den vergangenen Jahren hatte er dort lediglich ein Qualifikationsmatch bestritten.

Jetzt gewann er erstmals das Heimturnier.

Dabei begann seine Titelsammlung auf der ATP-Tour erst in diesem Sommer. Im August holte er in Winston-Salem gemeinsam mit dem Tschechen Petr Nouza seinen ersten Turniersieg. Im Oktober folgte der Masters-1000-Triumph in Shanghai mit Miedler, nun Titel Nummer drei in Wien.

Revanche für die Niederlage in Almaty

Auch die jüngste Vergangenheit machte den Wiener Erfolg für die beiden Österreicher besonders reizvoll.

Erst eine Woche zuvor hatten Miedler und Oberleitner das Finale in Almaty verloren. Damals stand Ryan Seggerman auf der Siegerseite. In Wien gelang nun die Revanche.

Schon auf dem Weg ins Endspiel hatten die Österreicher starke Gegner ausgeschaltet. Im Viertelfinale bezwangen sie die topgesetzten Wimbledon-Sieger Harri Heliövaara und Henry Patten. Im Halbfinale setzten sie sich gegen Guido Andreozzi und Manuel Guinard in zwei Tiebreaks durch.

Mit dem Finalsieg über Seggerman und Tien stehen für das österreichische Davis-Cup-Doppel zwölf Erfolge aus den vergangenen 13 Partien zu Buche.

Beide Österreicher erstmals gemeinsam in den Top 20

Der Heimsieg bringt Miedler und Oberleitner auch in der Weltrangliste nach vorne. Oberleitner verbessert sich am Montag auf Platz 19 und erreicht damit ein neues Karrierehoch. Direkt dahinter folgt Miedler auf Rang 20, dessen bisherige Bestplatzierung ebenfalls Rang 19 war.

Auch in der Jahreswertung machen die Österreicher einen Sprung. Obwohl sie erst vier Turniere gemeinsam bestritten haben, liegen sie im Rennen um die ATP Finals in Turin bereits auf Platz 16.

Für eine Teilnahme am Saisonfinale reicht es allerdings nicht mehr. Selbst ein weiterer Masters-1000-Titel würde den Rückstand auf die besten acht Teams nicht mehr wettmachen.

Miedler nimmt das gelassen: "Wir weinen dem nicht hinterher und sind froh, wie es ist."

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