Genau 1.988 Einfamilienhäuser wurden im ersten Halbjahr 2026 verkauft. Das sind 20,8 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit Beginn der REMAX-Analyse 2009. Österreichweit gab es mit 6.400 Verkäufen ebenfalls einen Rekord.
Niederösterreich allein bringt es auf dieselbe Verkaufsmenge wie Kärnten, das Burgenland, Tirol, Salzburg, Wien und Vorarlberg zusammen. Das Plus zum Zehnjahresmittel beträgt 39 Prozent, der Gesamtumsatz stieg um 25,7 Prozent auf 631 Millionen Euro.
Preise klettern weiter
Der typische Preis eines Einfamilienhauses liegt bei 290.842 Euro. Das ist ein Plus von 6,1 Prozent und ein Spitzenwert in der Niederösterreich-Historie.
Ein Viertel aller Häuser ging um weniger als 160.000 Euro über den Tisch, ein Plus von 6,7 Prozent. Das teuerste Viertel beginnt bei 400.000 Euro, um 5,3 Prozent mehr als zuletzt.
Auch interessant
Weinviertel günstig, Wien-Umgebung teuer
Gänserndorf führt bei den Verkaufsmengen, fast alle Bezirke liegen über dem Zehnjahresschnitt, neun melden neue Rekorde. 15 Bezirke wurden teurer, sechs billiger.
Sieben Bezirke liegen unter 200.000 Euro, sechs zwischen 200.000 und 300.000 Euro. Am günstigsten wohnt es sich im Weinviertel, am teuersten rund um Wien. Der Preisunterschied ist enorm: Für den Preis von einem Haus in Mödling gibt es fünf in Waidhofen an der Thaya.
Wenig Neubau zeigt Wirkung
Die Baubewilligungen für Ein- und Zweifamilienhäuser sanken im gesamten Jahr 2025 auf 31.979 Stück. Das ist laut Statistik Austria der Tiefpunkt seit 2010 und nur die Hälfte der Jahre 2017 bis 2021. "Wenn Baugrundstücke knapper und teurer werden, die Baukosten für Material und Personal deutlich steigen und Finanzierungen nicht mehr so günstig sind wie in den Boomjahren, gewinnt der Bestandsmarkt zunehmend an Bedeutung.
Für immer mehr Einfamilienhausinteressenten wird es immer attraktiver, eine bestehende Immobilie zu kaufen, schrittweise zu sanieren und möglichst bald einzuziehen. Der Weg ins Eigenheim führt damit immer häufiger über den Bestand statt über den Neubau", so Remax-Austria-Chef Bernhard Reikersdorfer weiter. "Auch der Generationenwechsel bringt Bewegung in den Einfamilienhausmarkt.
Viele Babyboomer, die selbst bereits gut mit Wohnraum versorgt sind, erben Häuser, die sie weder selbst nutzen noch für ihre Nachkommen brauchen. Diese Immobilien kommen zunehmend auf den Markt und eröffnen neuen Käuferschichten Chancen auf ein Eigenheim. Gleichzeitig ermöglicht der Verkauf geerbter Häuser häufig der nächsten Generation den Schritt von der Miete ins Eigentum – etwa in Form einer Eigentumswohnung für die Kinder in der Stadt. Umgekehrt zieht es aber auch viele junge Familien ins Umland, wo sie mehr Platz und ein familienfreundliches Umfeld vorfinden. Homeoffice und E-Mobilität machen dabei die tägliche Nähe zum Arbeitsplatz für viele weniger entscheidend", sagt Reikersdorfer abschließend.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden