USA-Reporter

Donald Trump droht Denkzettelwahl

Ein Mann im Anzug spricht an einem Mikrofon, eine Person ist unscharf im Hintergrund.
© EPA
Die Amerikaner wählen am Dienstag den Kongress.
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Droht Donald Trump (80) tatsächlich eine Denkzettelwahl – oder werden der US-Präsident und seine Republikaner erneut in den Umfragen unterschätzt? Am Dienstag wählen die Amerikaner bei den US-Zwischenwahlen einen neuen Kongress, Gouverneure in mehreren Bundesstaaten und zahlreiche lokale Amtsträger. Wahlprognosen deuten auf eine mögliche "blaue Welle" hin – einen Wahl-Tsunami, der die Demokraten (Parteifarbe Blau) im Kongress wieder an die Macht spülen könnte. Die Chancen auf eine Mehrheit im Repräsentantenhaus werden von Prognosemodellen auf über 90 Prozent beziffert, im Senat auf rund 60 Prozent. Bei der Parteipräferenz liegen die Demokraten etwa acht Prozentpunkte vorne.

Bei der Abstimmung am 3. November werden alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel des Senats gewählt. Beide Kammern bilden den Kongress, das US-Parlament.

Die Demokraten nutzen den Frust der Wähler über den Iran-Krieg, Preisschocks an Zapfsäulen und Supermarktkassen, Korruptionsvorwürfe, Trumps feudalen Regierungsstil und seinen Fokus auf Bau- und Renovierungsprojekte in Washington. Die Liberalen greifen selbst in erzkonservativen US-Staaten an. Die größte mögliche Sensation bahnt sich in Texas an: Der dynamische Demokrat James Talarico (37) liegt in einigen Umfragen knapp vorne. Bei einem Sieg wäre er der erste demokratische Senator des "Lone Star State" seit 33 Jahren. Auch in anderen Republikaner-Hochburgen sind die Rennen überraschend knapp, darunter Ohio, Kansas, Alaska und sogar der Südstaat Mississippi.

Wahlkampfmarathon

Trump hält mit einem Wahlkampfmarathon dagegen: Im vergangenen Monat absolvierte er nahezu täglich eine seiner legendären "MAGA-Rallys" vor treuen Anhängern seiner "Make America Great Again"-Bewegung. Wegen seiner wachsenden Unbeliebtheit gilt Trump eigentlich als Belastung für viele Republikaner: Laut CNN waren zuletzt nur noch 34 Prozent mit seiner Amtsführung zufrieden. Doch er soll vor allem die Kernwählerschaft mobilisieren. Trumps Wahlkampf wurde zuletzt bizarr, als er immer häufiger über Männerkörper und besonders deren Hinterteile schwärmte. Er freute sich auch über Rekordeinnahmen der US-Ölfirmen dank hoher Ölpreise – während viele Bürger kaum noch ihre Tanks füllen können. Und ungeniert verspricht er Bonus-Schecks fürs Volk, allerdings nur bei einem Sieg der Republikaner.

Die "Midterms 2026" sind die teuersten Zwischenwahlen aller Zeiten: Rund 11,3 Milliarden Dollar wurden im Wahlkampf ausgegeben, vor allem für TV-Werbung. Trump-Vertrauter Elon Musk (55) steckte allein rund 190 Millionen Dollar in den Senats-Thriller in Texas – direkt und indirekt über politische Unterstützergruppen. Trumps Partei verfügte zudem mit 41 Prozent höheren Geldreserven über einen klaren finanziellen Vorteil.

Zwei Frauen tragen Amerika-Flaggenbrillen und rote Hüte auf einer Wahlkampfveranstaltung.
Fans der Republikaner © EPA

Für Unruhe sorgt bereits die Frage, ob Trump eine mögliche Wahlschlappe überhaupt anerkennen würde. Rechte Influencer schüren mit Behauptungen über angebliche Wahlunregelmäßigkeiten und massenhaft abstimmende Ausländer Misstrauen. Trumps Justizministerium reichte sogar schon vor dem Wahltag eine Klage im Zusammenhang mit dem Senatsrennen in Alaska ein. Dort tritt gegen den republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan (61) ein weiterer Kandidat namens Daniel Sullivan an – allerdings ebenfalls als Republikaner! Die Klage könnte vor allem dann relevant werden, wenn der amtierende Senator verliert …

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