Für Menschen ohne festes Dach über dem Kopf beginnt die gefährlichste Zeit des Jahres. Wenn die Temperaturen sinken, kann eine Nacht im Freien lebensbedrohlich werden. Die Caritas fährt deshalb ihre Winternothilfe in Wien hoch. Ab Mittwoch ist das Kältetelefon wieder rund um die Uhr erreichbar. Gleichzeitig werden zusätzliche Schlafplätze bereitgestellt und die Streetwork-Einsätze verstärkt. "Niemand soll auf Wiens Straßen erfrieren müssen", betont Caritasdirektor Klaus Schwertner. Wie dringend die Hilfe benötigt wird, zeigen die Zahlen des vergangenen Winters. Mehr als 15.500 Mal wurde das Kältetelefon angerufen. 490 akut obdachlose Menschen konnten dadurch in ein Notquartier vermittelt werden.
70 zusätzliche Betten für kalte Nächte
Insgesamt bietet die Caritas in Wien das ganze Jahr über 1.890 Beherbergungsplätze in Notschlafstellen, Wohnhäusern und mobil betreuten Wohnungen an. Dazu kommen Beratungsstellen und Verpflegungsangebote. Für den Winter gibt es nun weitere Kapazitäten. Gemeinsam mit dem Fonds Soziales Wien (FSW) wurden an zwei Caritas-Standorten 70 zusätzliche Notquartiersplätze geschaffen. "Diese Plätze bieten weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Sie geben Menschen in einer schwierigen Lebenssituation Schutz, Sicherheit und Wärme", erklärt Schwertner. Die Einrichtungen sollen Betroffenen ermöglichen, zumindest die kalten Nächte nicht im Freien verbringen zu müssen.
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Ein Anruf kann Leben retten
Eine zentrale Rolle spielt dabei das Kältetelefon. Unter 01/480 45 53 können Wienerinnen und Wiener ab Mittwoch wieder täglich und rund um die Uhr melden, wo sich obdachlose Menschen aufhalten, die möglicherweise Hilfe benötigen. Die Streetwork-Teams der Caritas sind verstärkt im Einsatz und versuchen, jeder Meldung möglichst rasch nachzugehen. Vor Ort versorgen sie Betroffene mit Schlafsäcken, warmer Kleidung, Hygieneartikeln und heißen Getränken. Wer Unterstützung benötigt, bekommt Informationen über Hilfsangebote oder wird nach Möglichkeit in ein warmes Notquartier vermittelt.
"Ein Anruf schenkt Wärme und kann im äußersten Fall Leben retten", betont Susanne Peter, Projektleiterin des Kältetelefons und selbst Streetworkerin. Die Caritas ruft deshalb dazu auf, die Telefonnummer im Handy abzuspeichern. Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen einem Hilferuf wegen Kälte und einem medizinischen Notfall. Besteht akute gesundheitliche Gefahr, muss weiterhin die Rettung unter 144 alarmiert werden.
Caritas bittet dringend um Spenden
Damit die Hilfe auch in den kommenden Monaten aufrechterhalten werden kann, ist die Caritas auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Besonders gefragt sind Schlafsäcke, warme Kleidung, Decken und Lebensmittel. Auch die Tageszentren der Caritas sind während der kalten Jahreszeit stark frequentiert. "Zahlreiche unserer Hilfsangebote wären ohne Spenden nicht möglich", unterstreicht Schwertner.
Wer helfen möchte, kann über den Online-Shop www.wirhelfen.shop beispielsweise eine warme Mahlzeit, einen Schlafsack oder eine Decke finanzieren. Sachspenden werden in den carlas, den Sachspendenlagern der Caritas, entgegengenommen. Benötigt werden insbesondere Herrenunterwäsche, Socken, Schuhe, Winterjacken, Isomatten, waschbare Wolldecken und Rucksäcke. Auch außerhalb Wiens wird die Hilfe ausgeweitet. Ab November nehmen Kältetelefone in weiteren Bundesländern ihren Betrieb auf.
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