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Braathen siegt in Sölden, ÖSV mit Debakel

Ein Skirennläufer jubelt mit ausgebreiteten Armen nach dem Ziel eines Weltcuprennens.
© GEPA pictures
Zwölf Jahre ohne ÖSV-Heimsieg. Brennsteiner verspielt das Podest, Haaser rast von Rang 20 auf Platz fünf. Braathen triumphiert vor zwei Schweizern.
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Der Sölden-Fluch hat Österreichs Ski-Männer wieder fest im Griff. Seit Marcel Hirschers Triumph 2014 wartet der ÖSV auf einen Heimsieg am Rettenbachgletscher. Auch beim Weltcup-Auftakt 2026 platzte der Traum vom großen Coup.

Stefan Brennsteiner fiel im Finale von Platz drei auf elf zurück, Marco Schwarz war bereits im ersten Durchgang ausgeschieden. Für die große Sölden-Show sorgte Lucas Pinheiro Braathen. Der Brasilianer gewann vor Loïc Meillard (+0,48) und Marco Odermatt (+0,49). Österreichs Lichtblick war Raphael Haaser, der vor 14.300 Zuschauern von Rang 20 auf Platz fünf raste.

Drei Skirennfahrer jubeln nach dem Riesenslalom beim Weltcup-Auftakt in Sölden.
Sölden-Podest: Loic Meillard (SUI), Lucas Pinheiro Braathen (BRA) und Marco Odermatt (SUI) (v.l.). © GEPA pictures

Braathen verdirbt Odermatt die Jubiläumsparty

Der Brasilianer hatte schon im ersten Durchgang die Konkurrenz hinter sich gelassen. Mit 0,24 Sekunden Vorsprung auf Meillard und 0,49 auf Brennsteiner ging er ins Finale.

Dort legte zunächst Odermatt vor. Der Schweizer übernahm mit einer Gesamtzeit von 1:45,21 Minuten die Führung, Meillard unterbot ihn anschließend um eine Hundertstelsekunde.

Doch Braathen ließ nichts mehr anbrennen. Der 26-Jährige baute seinen Vorsprung bereits im oberen Streckenteil aus, meisterte auch den Steilhang und gewann in 1:44,72 Minuten mit 48 Hundertsteln Vorsprung auf Meillard. Damit verteidigte der amtierende Riesentorlauf-Weltcupsieger gleich zum Saisonauftakt das Rote Trikot.

Ein Skifahrer im roten Anzug lehnt erschöpft im Zielbereich eines Riesenslaloms an einer Bande.
Auch für Marco Odermatt lief der Auftakt nicht nach Wunsch. © EPA

Für Odermatt endete sein 200. Weltcupstart ohne den erhofften Rekord. Mit seinem 55. Sieg hätte er Österreichs Ski-Legende Hermann Maier überholt. Auch den Sölden-Rekord von Ted Ligety mit vier Erfolgen konnte er nicht einstellen.

Brennsteiner lässt ÖSV-Traum platzen

Ausgerechnet Stefan Brennsteiner hatte die besten Karten, Österreichs zwölfjährige Durststrecke zu beenden. Der Salzburger war mit Startnummer zwei zunächst in Führung gegangen und lag nach dem ersten Durchgang auf Platz drei. Selbst Odermatt hatte sechs Hundertstel Rückstand auf ihn.

Ein Skirennläufer im roten Anzug beim Riesenslalom auf einer verschneiten Piste.
Am Ende war das Podest für Stefan Brennsteiner doch zu weit entfernt. © GEPA pictures

Doch im Finale ging der Angriff daneben. Brennsteiner konnte schon im oberen Teil nicht mit Odermatt mithalten und verlor allein im Steilhang fast eine Sekunde. Trotz eines soliden Schlussabschnitts fiel der Salzburger mit 1,21 Sekunden Rückstand auf Rang elf zurück. Damit war er hinter Haaser und Patrick Feurstein nur drittbester Österreicher.

Dabei war der 34-Jährige im Vorjahr noch Vierter geworden und hatte einen Monat später in Copper Mountain seinen ersten Weltcupsieg gefeiert.

Haaser zündet vor 14.300 Fans den Turbo

Für den ersten großen österreichischen Jubel sorgte ausgerechnet jener Mann, der nach dem ersten Durchgang kaum noch jemand auf der Rechnung hatte. Raphael Haaser lag zur Halbzeit nur auf Rang 20.

Im Finale drehte der Riesentorlauf-Weltmeister auf. Nach einem kleinen Fehler im oberen Streckenteil fand der Tiroler immer besser ins Rennen und legte einen starken Schlussteil hin. Mit Laufbestzeit von 51,90 Sekunden übernahm er die Führung.

Skifahrer fährt beim Riesenslalom in Sölden vor einer großen Zuschauermenge bergab.
Raphael Haaser zündete im Finale den Turbo, raste vor 14.300 Zuschauern auf Rang 5. © Getty Images

Erst River Radamus und die drei späteren Podestfahrer waren schneller. Haaser machte 15 Plätze gut und wurde als bester Österreicher Fünfter (+0,86). Auf das Podest fehlten ihm 37 Hundertstel.

"Gut wäre es, wenn es in zwei Läufen einmal so hinhauen würde. Der zweite Durchgang war volle Attacke, ich habe es von oben bis unten durchgezogen. Das hat sich um einiges besser angefühlt. Ich habe es geschafft, die Ski gut laufen zu lassen, das war ein sehr positiver zweiter Durchgang", sagte Haaser.

Patrick Feurstein schaffte es als Zehnter (+1,11) ebenfalls in die Top Ten, Joshua Sturm belegte Rang 17 (+1,58).

Schwarz setzt die Sölden-Pechserie fort

Für Marco Schwarz war der Weltcup-Auftakt dagegen schon nach wenigen Toren vorbei. Der Vorjahreszweite rutschte im oberen Streckenteil über den Innenski weg, räumte ein Tor ab und schied aus.

"Ein Ausfall ist immer bitter, aber ich werde das nicht überbewerten", erklärte der Kärntner. Seine Fehleranalyse fiel knapp aus: "Ich wollte die freche Linie probieren. Ich glaube, dass sie ein bisschen zu frech war."

Dabei hat Schwarz mit Sölden noch eine Rechnung offen. Vor drei Jahren führte er nach dem ersten Durchgang, ehe das Rennen abgebrochen wurde. Im Vorjahr fehlten ihm nur 24 Hundertstel auf Sieger Odermatt. Diesmal kam er nicht einmal bis zur ersten Zwischenzeit.

Auch bei den ÖSV-Damen war der Auftakt am Samstag danebengegangen. Riesentorlauf-Kugelgewinnerin Julia Scheib schied mit Zwischenbestzeit aus, Franziska Gritsch war als Neunte die einzige Österreicherin im zweiten Durchgang.

Ergebnisliste eines Ski-Weltcuprennens in Sölden mit Platzierungen und Zeiten der Athleten.
Sölden RTL Ergebnisse © laola.at

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