Was sich hinter einer unscheinbaren Wand in einer Grazer Villa verbarg, war ein echter Kunstschatz. 2010 entdeckte eine Familie bei Renovierungsarbeiten eine rund 2.000 Jahre alte römische Statue, die seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galt. Jetzt wurde der Marmortorso beim Auktionshaus Sotheby’s in New York für unglaubliche 34,3 Millionen US-Dollar versteigert.
Hinter der Wand wartete ein Millionen-Schatz
Die Geschichte der Statue reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Damals erwarb der steirische Kunstsammler Aloys Maximilian Neumann die Skulptur, die ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Kroatien stammt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das wertvolle Stück in einer Grazer Villa versteckt. Die Familie brachte es hinter einer ungenutzten Tür unter, die anschließend vernagelt, zugemauert und tapeziert wurde.
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Jahrzehntelang blieb das Versteck unentdeckt. Erst 2010 kam der Kunstschatz bei Renovierungsarbeiten wieder zum Vorschein. Die Entdeckung sorgte international für Aufsehen.
Aus 7,4 Millionen wurden 34,3 Millionen Dollar
Bei der Statue handelt es sich um einen rund 110 Zentimeter hohen Marmortorso aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Kopf, Hände und Füße fehlen. Eine erste Schätzung in Österreich hatte den Wert des Fundes zunächst auf rund 100.000 Euro beziffert.
Als der Torso 2010 bei Sotheby’s versteigert wurde, erzielte er bereits 7,4 Millionen Dollar. Nun kam das Kunstwerk erneut unter den Hammer – mit einem geschätzten Wert von acht bis zwölf Millionen Dollar. Doch das Interesse war deutlich größer als erwartet: Nach einem 14-minütigen Bieterduell fiel der Zuschlag bei 34,3 Millionen Dollar, umgerechnet rund 30,6 Millionen Euro.
Damit stellte die Skulptur laut Sotheby’s einen neuen Weltrekord für eine antike klassische Skulptur auf. Der jüngste Verkaufspreis liegt mehr als viermal so hoch wie jener aus dem Jahr 2010.
Aus einer antiken Stadt nach Graz
Die Ursprünge des Kunstwerks liegen im heutigen Kroatien. Die Statue soll einst am Eingang eines Tempels in Salona gestanden haben, einer bedeutenden römischen Stadt nahe dem heutigen Split. Sie wird der julisch-claudischen Dynastie zugeordnet, die im ersten Jahrhundert nach Christus das Römische Reich prägte.
Über den Kunstsammler Aloys Maximilian Neumann gelangte die Statue schließlich nach Graz. Dass sie während des Zweiten Weltkriegs verborgen wurde und erst Jahrzehnte später wieder auftauchte, macht ihre Geschichte ebenso außergewöhnlich wie den nun erzielten Rekordpreis.
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