Horror-Nacht droht

320.000 auf der Straße – Polizist in Frankreich angezündet

Ein Polizist in voller Schutzausrüstung steht in Flammen während einer Straßenschlacht in Paris.
© APA/AFP/SAMEER AL-DOUMY
Nach einem insgesamt ruhigen Start des landesweiten Protesttags in Frankreich ist es am späten Nachmittag zu ersten Spannungen zwischen Sicherheitskräften und Menschen vor Ort gekommen.
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Unter anderem in Paris und Lyon setzten Ordnungskräfte Tränengas ein, wie französische Medien berichteten und in Live-Streams zu sehen war. Laut Innenministerium nahmen 320.000 Menschen an Demonstrationszügen im Land teil, davon 70.000 in Paris.

In Paris waren Explosionen von Feuerwerkskörpern zu hören, Bilder im Sender BFMTV zeigten, wie Einsatzkräfte von Flammen erfasst wurden. In Marseille zeigten Bilder brennende Gegenstände auf der Straße und den Einsatz von Feuerwehrkräften. Auch in Rennes und Toulouse kam es Medien zufolge zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Rennes schossen Individuen der zuständigen Präfektur zufolge Wurfgeschosse in Richtung von Polizeibeamten. Laut dem französischen Innenministerium gab es bis 14.00 Uhr landesweit 27 Festnahmen.

Situation in Paris spitzte sich zu

Die Situation in der Hauptstadt spitzte sich zu, nachdem der dortige Demonstrationszug am Endpunkt seiner Route an der Porte de Chanteron am Stadtrand angekommen war. Spezialeinheiten der Polizei forderten die Demonstrierenden Berichten zufolge auf, den Ort zu verlassen. Die Auflösung kam nur langsam voran. Zuvor hatte der Pariser Polizeipräfekt Patrice Faure noch im Sender BFMTV gesagt, dass die Demonstration reibungslos zu verlaufen scheine.

Zwei Polizisten stehen auf einer Straße, im Hintergrund brennt ein Auto lichterloh.
© APA/AFP/JULIEN DE ROSA

Zu den Kundgebungen aufgerufen hatten Gewerkschaften, Schüler-und Studierendenorganisationen sowie die Gelbwesten-Bewegung. Sie wollen ihrem Ärger etwa über hohe Lebenshaltungskosten und marode Schulen Luft machen. Auch der Präsidentschaftskandidat der Linken, Jean-Luc Mélenchon, mischte sich in Paris unter die Demonstranten.

Präventive Maßnahmen dienten dazu, Personen zu erkennen, die gewalttätig werden wollen, teilte die Pariser Polizeipräfektur auf X mit. Sie will verhindern, dass jemand Feuerwerkskörper, Stichwaffen oder andere verbotene gefährliche Gegenstände in die Demonstrationszüge mitbringt.

Tag mit "sehr großem Risiko"

Der französische Innenminister Laurent Nuñez hatte zuvor von einem Tag mit "sehr großem Risiko" gesprochen. Es gebe äußerst beunruhigende Aufrufe zu Plünderungen und Ausschreitungen, sagte er. Behörden halten es für möglich, dass das Halloween-Fest am selben Tag Gelegenheit dazu bieten könnte, sich zu maskieren und in der Form Straftaten zu begehen. In mehreren Städten wurden für Ausgangsbeschränkungen verhängt, etwa für bestimmte Orte oder für Minderjährige.

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