Österreich verhandelt über South-Stream-Beteiligung
Österreich verhandelt in Moskau auf Beamtenebene über eine mögliche Beteiligung an dem russischen-italienischen Gaspipeline-Projekt South Stream, bestätigt das Wirtschaftsministerium. Im Fokus der Verhandlungen steht ein Staatsvertrag, ein sogenanntes "Intergovernmental Agreement", der Österreich die Option für eine Projekt-Teilnahme sichern soll.
Sollte es zu einem Abschluss kommen, dann würden Verhandlungen zwischen der OMV und Gazprom folgen. Im Falle einer Beteiligung Österreichs würde die Pipeline an das zweitgrößte europäische Gasverteilerzentrum Europas in Baumgarten andocken.
Nach Meinung von Johannes Benigni, Chef des internationalen Energieberaters JBC Energy, steht das Gazprom-Projekt, auch wenn es früher fertig wird, nicht in Konkurrenz zum geplanten Nabucco-Pipeline unter Federführung der OMV. Es gab 40 Jahre Versorgungssicherheit, künftig ist sie aber nicht gewährleistet. Daher ist es wichtig, Alternativen für die Gasversorgung Österreichs zu bauen.
Anders sieht es hingegen Georg Zachmann vom Brüsseler Bruegel Institut: Die beiden Projekte könnten sehr wohl konkurrieren, etwa bei der Nachfrage in Europa. Die Lage am Gasmarkt hat sich in den vergangenen Monaten stark geändert. Zudem kommt nach Europa relativ viel Erdgas über Flüssiggas-Tanker aus Nahost. Den Wettbewerb gibt es nicht bei den Ressourcen, sondern bei der Nachfrage, so Zachmann.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden