EU macht Druck auf Gasunternehmen
Gaz de France Suez öffnet auf Druck der EU-Kommission seinen Heimatmarkt für mehr Konkurrenz. Der Gigant entgeht so einem Strafgeld der EU. "Das ist ein erstaunlicher Schritt nach vorne", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Ihre Mitarbeiter erhoffen sich sinkende Preise in Frankreich.
Kroes bestätigte, dass sie den deutschen Gasmarkt erneut unter die Lupe nimmt. Sie nannte weder Details oder Firmennamen. RWE hatte sich bereits zu Jahresbeginn dazu verpflichtet, sein gesamtes westdeutsches Gasübertragungsnetz zu verkaufen. Als Gegenleistung stellte Brüssel Wettbewerbsermittlungen gegen RWE ein.
Aus der Umgebung von Kroes wurde nun auf "Informationen in der deutschen Presse" verwiesen. Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, die Wettbewerbshüter gingen dem Verdacht nach, dass sich E.ON im Gasmarkt wettbewerbswidrig verhalte. Die Tochter E.ON-Ruhrgas habe angeblich Transportkapazität in ihrem Leitungsnetz künstlich verknappt und damit Konkurrenten behindert.
Frankreich für neue Anbieter nun offen
Im Fall Gaz de France Suez stellte Kroes ein vor eineinhalb Jahren begonnenes Missbrauchsverfahren ein. "Die von GdF Suez angebotenen Maßnahmen bieten Wettbewerbern eine reale Chance, in den französischen Gasmarkt einzutreten und sorgen damit für eine größere Auswahl an Gasversorgern und für stärkeren Preiswettbewerb."
Die Wettbewerbshüter hatten das französische Unternehmen verdächtigt, den Wettbewerb auf den Beschaffungsmärkten im Heimatland zu behindern. Mit einer Änderungen der Geschäftspraktiken des früheren Monopolisten werde nun erreicht, dass Konkurrenten zu Import-Pipelines und -Flüssiggasterminals Zugang erhalten. Falls sich GdF nicht an die Verpflichtungen halten sollte, droht ein Strafgeld von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes, warnte Kroes.
Die EU-Kommission griff in den vergangenen Jahren erstmals massiv beim europäischen Energiemarkt durch. Im Juli verdonnerte Kroes Gaz de France und E.ON wegen illegaler Absprachen auf Kosten der Gasverbraucher zu Bußgeldern von jeweils 553 Mio. Euro.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden