Das oftmals geforderte neue Nationalstadion für Österreich bleibt ein brisantes Thema. Im ORF-Gespräch warf ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick der Wiener Stadtregierung vor, keinerlei Gesprächsbereitschaft und Offenheit für das Thema zu haben. Laut dem 62-jährigen deutschen Erfolgs-Coach gäbe es auch mehrere Investoren hinter dem Projekt, die jederzeit bereit wären, eine neue Event-Arena zu finanzieren. Zeitgleich schließt er nach den Rangnick-Drohungen auch nicht mehr aus, dass das Milliarden-Projekt außerhalb Wiens stattfinden könnte.
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Im Gespräch mit oe24.TV weist Sportstadtrat Hacker diese Vorwürfe allerdings zurück. Dem SPÖ-Politiker zufolge soll es seit mehreren Jahren keinen Kontakt mehr zu Rangnick gegeben haben. Auch von den erwähnten Investoren habe er zum ersten Mal gehört.
"Ich finde es ein bisschen irritierend, dieses Interview, wo der Teamchef, den ich sehr schätze, der einen fantastischen Job macht, so tut, als würde er jede Woche oder jedes Monat beim Bürgermeister oder bei mir am Schreibtisch sitzen", schießt der Sportstadtrat zurück.
Stadien genügen den Ansprüchen
Auch den Vergleich mit anderen Städten, wie Budapest, weist er zurück. Dabei erinnert er daran, dass die beiden Wiener Vereine Rapid und Austria zwei moderne Arenen erhalten haben, die für "ihre Ansprüche genügen". Allerdings hinkt dieser Vergleich besonders. Gerade das Beispiel der ungarischen Hauptstadt zeigt, wie es gehen kann.
Neben der 2019 eröffneten Puskas-Arena, die 67.000 Zuschauern Platz bietet, gibt es noch die 2014 eröffnete Groupama Arena mit 23.000 Plätzen, wo Ferencvaros Budapest seine Heimspiele austrägt, das 2022 renovierte Szusza-Ferenc-Stadion von Ujpest Budapest wurde 2016 mit einem Fassungsvermögen von 13.000 Plätzen wiedereröffnet und die 2021 eröffnete Bozsik Arena von Honved Budapest freut sich über bis zu 8.000 Besucher.
Weiters vergleicht Hacker auch Stadien, die dem Happel-Stadion ähneln, und bezieht sich dabei auf die viel umstrittene Laufbahn und nennt das Olympiastadion in Rom (Kapazität: 72.000), das Stade de France in Paris (81.338) oder das legendäre Wembley-Stadion in London (90.000).
Hacker vergleicht Rom mit Wien
Vor allem den Vergleich mit der italienischen Hauptstadt hebt er besonders hervor, da das Stadio Olimpico laut Hacker "den selben Schnitt" habe wie das Stadion im Prater mit einer zugelassenen Kapazität von etwa 50.000 Plätzen.
Der Politiker spart auch nicht mit Kritik und erklärt, dass die Stadt Wien finanziell nichts von den drei bis vier Länderspielen in der Hauptstadt habe. "Im Durchschnitt haben wir knapp 33.000 Zuschauer, wenn die Nationalmannschaft im Stadion spielt. Und ehrlich gesagt, das hat weder was damit zu tun, in welchem Zustand die Tribünen sind, die Toilettanlagen sind oder die Gastronomie", so Hacker. Weiters meint er auch, dass die Stadt im Gegensatz zu Konzertveranstaltungen keinen finanziellen Gewinn durch Fußballspiele habe und man derzeit mit den Verantwortlichen des ÖFB über einen neuen Mietvertrag in Verhandlung ist.
Spätestens diese Aussage zeigt, dass die Fronten zwischen ÖFB und der Stadt Wien zunehmend verhärtet sind. Das dürfte wohl auch mit ein Grund sein, wieso Hacker offen für einen Standort außerhalb Wiens sei. Ein endgültiger Abschied des Nationalteams aus Wien würde ihn selbst nicht schmerzen. "Herzlich willkommen", gratuliert er schon möglichen neuen Standorten, die Teamchef Rangnick bereits vergangene Woche angedeutet hatte.
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