Die Petition verzeichnet bereits über 20.000 Unterschriften und fordert die Bundesregierung auf, Anreize zum Erhalt der Marchfelder Gemüseproduktion zu schaffen.
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Als Lösungen werden Steuervorteile und Subventionen für ein österreichisches Nachfolgeunternehmen oder finanzielle Hilfen für eine von Bauern gegründete Verarbeitungsgenossenschaft vorgeschlagen.
Petition für heimisches Tiefkühlgemüse gestartet
Wegen der für August 2027 angekündigten Schließung des Werks des Iglo-Zulieferers Ardo in Groß-Enzersdorf in Niederösterreich ist eine Online-Petition zum Erhalt von Tiefkühlgemüse aus dem Marchfeld lanciert worden. Am Donnerstag wurden bereits mehr als 30.000 Unterschriften verzeichnet. Konkret in die Pflicht genommen wird die Bundesregierung, die entsprechende Anreize schaffen soll.
Aus für Ardo-Werk: Petition für Tiefkühlgemüse startet
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Als mögliche Lösungswege angesprochen wurden im Beschreibungstext der Online-Petition ein Steuervorteil oder eine Subvention für ein österreichisches Unternehmen, das eine etwaige neue Fabrik zur Verarbeitung von Tiefkühlgemüse bauen könnte. Weiters angedacht werden finanzielle Unterstützungen für betroffene Bauern, "die als Genossenschaft die Verarbeitung ihres Gemüses übernehmen könnten".
"Die Petition zeigt den großen Rückhalt in der Bevölkerung und die Unterstützung für unsere vielfältigen Bemühungen vor und hinter den Kulissen. Wir kämpfen für die heimische Gemüseproduktion und die Versorgungssicherheit Österreichs", reagierte Niederösterreichs Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP) auf die Initiative. Das geplante Aus für das Werk treffe die Gemüsebauern im Marchfeld hart. "Während heimische Betriebe um ihre Zukunft kämpfen, will der belgische Konzern seine eigenen Werke in Belgien auslasten und österreichisches Gemüse durch Ware aus Belgien ersetzen. Ardo blockiert den Verkauf des Standorts und nimmt die Maschinen aus dem Werk mit", unterstrich der Landesvize.
Ardo hatte ein Hilfs- und Subventionspaket von Bund und Land abgelehnt und in der Vorwoche betont, den Fokus auf die Ausarbeitung eines Sozialplans legen zu wollen. Seitens der Produktionsgewerkschaft PRO-GE wurde zuletzt jedoch festgehalten, dass ein bisheriges Angebot "völlig unzureichend" gewesen sei. Haken dürfte es an der finanziellen Ausgestaltung.
Das Ardo-Tiefkühlgemüsewerk in Groß-Enzersdorf produziert etwa für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar. Von der für Ende August 2027 geplanten Schließung betroffen sind 190 Beschäftigte, für die ein Sozialplan entsteht. Hinzu kommen 50 Leiharbeitskräfte. Die belgische Gruppe hat 2025 in Niederösterreich eigenen Angaben zufolge die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für Ardo produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.
ÖVP rügt FPÖ-Schmiedlechner
Auch FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner pocht auf regionale Alternativen: "Wenn Bund und Land bereit waren, einem internationalen Konzern Unterstützung anzubieten, dann müssen sie auch eine österreichische Lösung mit unseren Bauern unterstützen können. Die Bauern dürfen dabei nicht allein das wirtschaftliche Risiko tragen." Weiters äußerst sich Schmiedlechner: Ardo-Aus ist Bankrotterklärung für ÖVP-Politik – nicht einmal bei TK-erbsen und Spinat sind wir wettbewerbsfähig!"
Mit Kopfschütteln reagiert Volkspartei Niederösterreich Landesgeschäftsführer Matthias Zauner auf Schmiedlechner : "Herr Schmiedlechner war bei den Gesprächen mit Ardo nicht dabei und kennt die Verhandlungen daher auch nicht. Bund und Land haben ihre Unterstützung angeboten, trotzdem hält Ardo an der Schließung fest. Statt politisches Kleingeld zu wechseln, sollte die FPÖ ihre Energie dafür nutzen um gemeinsam mit uns den Druck auf die Verantwortlichen von Ardo zu erhöhen. Hier geht es um Arbeitsplätze, Bauern und eine regionale Wertschöpfungskette."
Harsche Kritik an Ardo-Sozialplan
Wie bereits genannt, hatte der belgische Ardo-Konzern staatliche Hilfspakete abgelehnt, um den Fokus auf einen Sozialplan für die 190 betroffenen Beschäftigten und 50 Leiharbeiter zu legen. Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE kritisierte das bisherige Angebot für diesen Sozialplan jedoch als "völlig unzureichend". Neben den Angestellten sind indirekt Hunderte landwirtschaftliche Zulieferbetriebe massiv von dem Aus des Werks betroffen.
NÖAAB-Landesgeschäftsführerin Katja Seitner sagt: "Für die betroffenen Beschäftigten braucht es jetzt rasch konkrete Maßnahmen. Ein Sozialplan soll die Folgen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abfedern. Gleichzeitig muss eine Arbeitsstiftung geprüft werden, um den Betroffenen durch Qualifizierung, Weiterbildung und Vermittlung neue berufliche Chancen zu eröffnen.
"Es reicht nicht, die Situation zu bedauern. Jetzt braucht es konkrete Lösungen, eine gesicherte Finanzierung und einen klaren Plan, wie den betroffenen Menschen auf dem Arbeitsmarkt geholfen werden kann", fordert Seitner.
"Die Zukunft hunderter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steht auf dem Spiel. Wir erwarten uns eine klare Positionierung und konkrete Vorschläge, wie ein Sozialplan und die Finanzierung einer Arbeitsstiftung sichergestellt werden können. Die Menschen brauchen jetzt Antworten – nicht irgendwann", so die Forderung der NÖAAB-Landesgeschäftsführerin.
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