Heiliger Hubertus

Alte Bauernregel verspricht jetzt Eis und Schnee

Verschneite Straße mit Reifenspuren, Bäume und Büsche sind dick mit Schnee bedeckt.
© Getty Images
Der November zeigt sich herbstlich, und die alte Bauernregel zum Hubertustag stellt den Monat vor eine spannende Frage: Bringt dieser Tag Schnee und Eis?
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Der November ist noch jung, doch das Wetter zeigt sich besonders herbstlich: Nebel liegt morgens über den Feldern, tagsüber kämpfen sich nur wenige Sonnenstrahlen durch den Hochnebel, und die Temperaturen bewegen sich im milden Mittelfeld. Am 3. November begeht die katholische Kirche den Gedenktag des heiligen Hubertus – vielen vor allem bekannt als Namensgeber einer alten Wetterregel. Schon früher richtete sich an diesem Tag der Blick gespannt gen Himmel, um Rückschlüsse auf den restlichen Monat zu ziehen, ähnlich wie auch spätere Bauernregeln über das Wetter an Weihnachten entscheiden sollen.

Hubertustag und Wetterprognose

Die bekannteste Regel zum 3. November bringt es kurz und knapp auf den Punkt: "Bringt Hubertus Schnee und Eis, bleibt’s den ganzen November weiß." Zeigt sich an diesem Tag also bereits winterliches Wetter mit Schneeflocken und gefrorenen Pfützen, soll sich dieser Zustand laut Überlieferung den kompletten Monat über halten. Benannt ist der Tag nach Hubertus von Lüttich, der als Patron der Jäger gilt – ein Umstand, der die enge Verbindung dieser Regel zur herbstlichen Jagdzeit erklärt.

Aktuelle Wetterlage

Von Schnee und Eis ist in der aktuellen Vorhersage allerdings wenig zu sehen: Für den 3. November wird zunächst dichter Hochnebel erwartet, im Tagesverlauf lockert es stellenweise auf, nur regional fällt etwas Sprühregen aus dem Hochnebel. Die Höchstwerte liegen bei 5 bis 12 Grad – also deutlich zu mild für Schnee oder Eis. Auch für die Folgetage zeichnet sich eher ruhiges, zeitweise sonniges Hochdruckwetter ab als ein winterlicher Wettersturz mit Frost.

Grenzen alter Regeln

Nach der Logik der Bauernregel wäre damit die Voraussetzung für einen durchgehend weißen November gar nicht erst erfüllt: Ohne Schnee und Eis an Hubertus bliebe der Monat der Überlieferung zufolge eben nicht winterlich geprägt – somit war das Versprechen im wahrsten Sinne des Wortes "unglaublich". Stattdessen deutet die Prognose eher auf einen gemäßigten, wechselhaften November mit milden Phasen und gelegentlichem Nieselregen hin. Wer der alten Regel vertraut, könnte daraus schließen, dass der erste nennenswerte Schnee in diesem Jahr wohl noch auf sich warten lässt – wie es auch eine andere Bauernregel zu Sankt Martin thematisiert.

Wissenschaft gegen Mythos

Betrachtet man solche Regeln nüchtern, zeigt sich schnell ihre Grenze: Sie basieren auf jahrhundertealten Alltagsbeobachtungen, nicht auf systematischer Wetteraufzeichnung oder Statistik. Ein einzelner Novembertag kann unmöglich verlässlich vorwegnehmen, wie sich komplexe Hoch- und Tiefdrucksysteme über vier Wochen hinweg entwickeln – selbst wenn manche Bauernregeln einen Ausblick auf den Winter geben wollen. Die Klimakrise sorgt zusätzlich dafür, dass gewohnte Wettermuster aus der Vergangenheit immer seltener eintreffen, wodurch solche alten Regeln heute noch unzuverlässiger werden.

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