Prognosen

15 Grad oder Schnee? Darum spielen die Wetter-Modelle derzeit verrückt

Junge Frau mit Winterkleidung friert im verschneiten Wald und verschränkt die Arme.
© Getty Images/iStockphoto
Kommt jetzt der erste richtige Wintereinbruch oder erlebt Österreich noch einmal ungewöhnlich milde Novembertage?
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Die aktuellen Wettermodelle liefern darauf derzeit völlig unterschiedliche Antworten. Während einige Berechnungen einen kräftigen Kälteschub samt Schneefall zeigen, rechnen andere weiterhin mit Temperaturen von bis zu 15 Grad. Selbst erfahrene Meteorologen tun sich mit einer verlässlichen Einschätzung schwer.

"So ein Hin und Her erlebt man selbst als Meteorologe nicht jeden Tag", schreibt Wetterexperte Dominik Jung. Zunächst hatte das amerikanische Modell GFS einen deutlichen Kälteeinbruch mit Schnee angekündigt, während das europäische ECMWF von milderen Temperaturen ausging. Kurz darauf schienen sich beide Modelle einig zu sein und zeigten ebenfalls eine warme Wettervariante. Doch die Ruhe war nur von kurzer Dauer: Inzwischen tauchen beim europäischen Modell erneut Berechnungen mit Schnee und Kälte auf.

Ein Schneepflug räumt eine verschneite Landstraße bei winterlichem Schneefall.
© Getty Images/iStockphoto

Jung stellt deshalb klar: "Viele fragen sich jetzt zu Recht, ob man den Wettermodellen überhaupt noch trauen kann. Die Antwort lautet ja, aber nicht in dieser Lage und nicht auf neun oder zehn Tage."

Hochdruckgebiet bringt die Wetterkarten durcheinander

Verantwortlich für das ungewöhnliche Prognose-Chaos ist eine komplizierte Großwetterlage über Europa. Normalerweise ziehen Tiefdruckgebiete mit einer Westströmung vom Atlantik nach Mitteleuropa. Diese Entwicklung lässt sich vergleichsweise gut berechnen. Derzeit wird dieser gewohnte Ablauf jedoch durch das Hochdruckgebiet KLAUS blockiert. Gleichzeitig nimmt die Aktivität über dem Atlantik zu, zudem können sich kleinere Kaltluftgebiete lösen und als eigenständige Tiefs über Europa ziehen.

Schon Verschiebungen um wenige Hundert Kilometer könnten darüber entscheiden, welches Wetter Österreich bekommt. Verlagert sich das Hoch weiter nach Westen, könnte kalte Polarluft bis in den Alpenraum vordringen. Liegt es dagegen weiter südlich, hätte mildere Atlantikluft bessere Chancen.

Schnee ist noch nicht vom Tisch

Die aktuellen Modellkarten mit Schnee und winterlicher Kälte sind daher ebenso wenig eine sichere Prognose wie jene mit Temperaturen um 15 Grad. Bei einer derart instabilen Wetterlage stoßen Vorhersagen über neun bis zehn Tage an ihre Grenzen. Entscheidend ist, welche Entwicklung sich in den kommenden Modellläufen durchsetzt.

Erst im weiteren Verlauf der Woche dürfte sich klarer zeigen, ob Österreich im November tatsächlich ein winterlicher Kälteeinbruch bevorsteht oder ob der Herbst noch einmal mit ungewöhnlich milden Temperaturen zurückkehrt. Bis dahin bleibt die Wetterentwicklung spannend – und die Hoffnung auf den ersten größeren Schnee lebt weiter.

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